21/11/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Eschlikon (TG)

Polit. Gem. TG, Bez. Münchwilen. Die Ortsgem. bestand bis 1997 und gehörte zur Munizipalgem. Sirnach. Die polit. Gem. E. entstand aus den Ortsgem. E. und Wallenwil sowie den Weilern Hurnen und Than, die zur Ortsgem. Horben gehörten. Das Strassendorf E. liegt am Südostfuss des Tuttwilerbergs an der Strassenverbindung Aadorf-Wil (SG). 1280 Aeslikon. 1850 422 Einw.; 1900 640; 1950 1'026; 1990 1'814; 2000 3'133. Im MA gehörte E., abgesehen von den Gütern einiger freier Bauern, zum Kloster Magdenau und zum Heiliggeistspital St. Gallen. E. lag in den sog. hohen Gerichten am Tuttwilerberg und unterstand vom SpätMA bis 1798 dem eidg. Landvogt im Thurgau bzw. dem von ihm eingesetzten Vogt zu Hofen, der sowohl das Hoch- als auch das Niedergericht innehatte. Kirchlich gehörte E. ursprünglich zu Sirnach. Das seit 1529 mehrheitlich ref. E. trennte sich jedoch 1936 von Sirnach ab und bildet seither mit Münchwilen, Oberhofen, St. Margarethen und Wallenwil zusammen die ref. Kirchgemeinde Münchwilen-E.; die kath. Bevölkerung gehört zur Pfarrei Sirnach. Neben Acker- und Rebbau sowie Torfgewinnung kam in der 2. Hälfte des 19. Jh. die Viehwirtschaft auf. Vom 18. bis ins 20. Jh. prägten die versch. Zweige der Textilindustrie die Dorfwirtschaft: Nach der Leinenweberei kam im 19. Jh. die Baumwollweberei auf, 1870-1930 waren Stickereien und die Strickwarenproduktion von Bedeutung. 1898-1962 bestand die Ziegelei Weibel. 1875 eröffnete die Bürgergemeinde E. eine Leih-, Viehleih- und Sparkasse, deren Konkurs 1912 die Gem. schwer schädigte. 1864-1973 war E. Erscheinungsort der Regionalzeitung "Volksblatt vom Hörnli". Seit der Mitte des 20. Jh. siedelten sich im bis dahin kleinbäuerlich geprägten Dorf neue Industrie- und Gewerbebetriebe wie die Metallwarenfabrik Spring (ca. 200 Mitarbeiter) an und leiteten einen Strukturwandel ein.


Literatur
– P. Geiger, K. Tuchschmid, Gesch. von E., 31986

Autorin/Autor: Verena Rothenbühler