• <b>Von Eschenbach</b><br>Erinnerungsbild an die Stiftung des Zisterzienserklosters Kappel. Anonymes Ölbild aus dem Kloster Kappel, um 1434, mit Inschriften nach 1527 (Schweizerisches Nationalmuseum). Von links nach rechts: Stammvater und Mitstifter des Klosters Walter I. (mit dem Modell der Klosterkirche, im Rücken die Schnabelburg), seine Söhne Walter II. und Berchtold I., die Enkel Berchtold II., Ulrich und Walter III. sowie der Urenkel Berchtold III. Zwischen den Figuren steht jeweils das Familienwappen. Die Inschrift am unteren Rand gibt in sieben Kapiteln die Geschichte der Familie und des Klosters wieder, von dessen Gründung 1185 bis zur Ermordung von König Albrecht I. im Jahr 1308 und der darauffolgenden Blutrache.

Eschenbach, von

Hochfreiengeschlecht mit der Stammburg E. bei Inwil (LU), v.a. in der 2. Hälfte des 13. Jh. z.T. auch als von Schnabelburg bezeugt. Ab 1225 sind die genealog. Zusammenhänge relativ gesichert. Die ältesten Besitzungen finden sich im Gebietsstreifen von E. über Rüssegg und Maschwanden bis zum Zürichsee. Streubesitz lag im Aargau und in Uri sowie ab dem 12. Jh. durch Konnubium im Elsass. Die Lage des frühen Allodialbesitzes und die Beziehungen zu Luzern lassen eine urkundlich nicht belegbare Zweigbildung von den Frh. von Rotenburg plausibel erscheinen. Zunächst Lehensträger der Gf. von Lenzburg, treten E. nach 1173 im Gefolge der Hzg. von Zähringen auf. Konnubien bestanden mit den Breisgauer Frh. von Schwarzenberg und um 1200 durch die Heirat Walters II. mit der Berner Oberländer Erbtochter Ita von Oberhofen, verwandtschaftl. Beziehungen auch zu den Frh. von Regensberg, von Wart, von Sulz, von Wädenswil-Unspunnen, von Tengen und von Vaz. Als Inhaber der Reichsvogtei Zürich erbauten die E. vermutlich im 12. Jh. die auf dem Albis gelegene Schnabelburg. 1185 gründeten die Gebr. Konrad ( -> 1), Abt von Murbach, Ulrich ( -> 2), Propst zu Luzern und Walter I., Herr zu Schnabelburg, das Kloster Kappel, das zur Begräbnisstätte der Fam. wurde. Die traditionelle Annahme einer Herrschaftsteilung bereits um 1200 in einen Berner Oberländer Zweig und einen Zweig in den Stammgebieten und um Zürich, welche den Breisgauer Besitz gemeinsam verwalteten, beruht auf einer stat. Auffassung genealog. Auffächerung. Bis in das letzte Viertel des 13. Jh. muss von einer grossen geogr. Mobilität mit alternierenden Herrschaftsschwerpunkten ausgegangen werden. Die Machtstellung im Berner Oberland beruhte auf der Kastvogtei der Propstei Interlaken sowie auf Güterbesitz um Interlaken, an Thuner- und Brienzersee sowie im Grindelwaldner- und im Lauterbrunnental. Die E. hinterliessen im 13. Jh. mehrmals unmündige Söhne, was evtl. auf späte Heirat infolge einer Anpassung im generativen Verhalten schliessen lässt. Erst in der Generation von Walter III. ( -> 3), um 1270, kam es zur Herrschaftsteilung im Hause E.-Schnabelburg: Die E. verlagerten ihr Schwergewicht auf die Schnabelburg, während die urspr. Schnabelburger ins Breisgau abwanderten und sich als von Schwarzenberg bis 1465 fortsetzten. Wenige Jahre später kam es infolge ökonom. Schwierigkeiten zu den ersten umfangreicheren Veräusserungen. Vor 1280 begann ein rascher Niedergang mit der Liquidation der Güter im Berner Oberland, ab 1290 auch der übrigen Güterkomplexe. Um 1280 trat Berchtold III., Sohn Walters III., in den habsburg. Dienst, was wohl mit der Erlaubnis zum Bau der Burg und des Städtchens Unterseen im Berner Oberland abgegolten wurde. Unter Walter IV. ( -> 4) zerbrach die wirtschaftl. Basis der Fam. vollends. 1302 wurde die Schnabelburg dem Johanniterhaus Hohenrain veräussert, Walters Bruder Berchtold in ebendieser Kommende versorgt. 1306 erfolgte die Veräusserung der gesamten Herrschaft Oberhofen mit Unspunnen und Unterseen an Habsburg. Die Beteiligung Walters IV. an der Ermordung von Kg. Albrecht I. 1308, in dessen Folge er den Rest seiner Güter verlor, war damit nur das Fanal eines schon früher begonnen Niedergangs. Walther IV. selbst entkam der Vergeltung und soll nach chronikal. Überlieferung sein Leben als Schafhirt in Württemberg beendet haben, während sein Bruder Mangold, aufgrund der wirtschaftl. und sozialen Stellung offenbar unverheiratet, noch vereinzelt bis 1338 urkundlich erwähnt wird.

<b>Von Eschenbach</b><br>Erinnerungsbild an die Stiftung des Zisterzienserklosters Kappel. Anonymes Ölbild aus dem Kloster Kappel, um 1434, mit Inschriften nach 1527 (Schweizerisches Nationalmuseum).<BR/>Von links nach rechts: Stammvater und Mitstifter des Klosters Walter I. (mit dem Modell der Klosterkirche, im Rücken die Schnabelburg), seine Söhne Walter II. und Berchtold I., die Enkel Berchtold II., Ulrich und Walter III. sowie der Urenkel Berchtold III. Zwischen den Figuren steht jeweils das Familienwappen. Die Inschrift am unteren Rand gibt in sieben Kapiteln die Geschichte der Familie und des Klosters wieder, von dessen Gründung 1185 bis zur Ermordung von König Albrecht I. im Jahr 1308 und der darauffolgenden Blutrache.<BR/>
Erinnerungsbild an die Stiftung des Zisterzienserklosters Kappel. Anonymes Ölbild aus dem Kloster Kappel, um 1434, mit Inschriften nach 1527 (Schweizerisches Nationalmuseum).
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Archive
– StAAG
Literatur
– Sablonier, Adel, v.a. 37 und 100 f.
– B. Frei, Beitr. zur Gesch. des Adels im Berner Oberland (12./13. Jh.), Liz. Zürich, 1988

Autorin/Autor: Franziska Hälg-Steffen