Ramstein, von

In der Umgebung Basels begütertes Adelsgeschlecht. Ursprünglich aus dem Sundgau stammend, entfalteten die R. im Jura von ihrer wohl im 11. Jh. errichteten Burg R. aus eine rege Kolonisationstätigkeit, verbunden mit erfolgreicher Herrschaftsbildung. Um 1260 bauten sie die Burg Zwingen, um 1300 die Burg Gilgenberg. Urkundlich ist das Geschlecht ab 1146 mit Thüring von Brislach fassbar. Die Fam. teilte sich in einen freiherrl. und einen ritterl. Zweig. Deshalb entstanden Wappen mit unterschiedl. Tinktur: Die Freiherren führten im Schild zwei weisse gekreuzte Lilienstäbe in schwarz, die Ritter zwei rote Lilienstäbe in gelb. Der ritterl. Zweig sass auf der Stammburg R. und ab ca. 1300 in Basel, wo er zur Führungsschicht zählte. Die Herren von R. stellten im 14. und 15. Jh. sechs Basler Bürgermeister, darunter Burkhard Werner ( -> 2). Christoph verkaufte 1518 Burg und Herrschaft R. an die Stadt Basel. Die Fam. lebte bis zu ihrem Aussterben von Gütern im Sundgau (Waldighofen) sowie von weltl. und geistl. Ämtern. Als Letzte ihrer Linie starb Anna Maria Franziska 1719. Der freiherrl. Zweig wohnte vorwiegend auf den Burgen Gilgenberg und Zwingen und hielt sich von der Basler Politik fern. Imer ( -> 4) war Ende 14. Jh. Bf. von Basel. Rudolf hinterliess nach seinem Tod 1459 den unehel. Sohn Hans Bernhard, der sich Gilgenberg als Erbteil sichern konnte. Dessen Sohn Hans Imer von Gilgenberg verkaufte 1527 Burg und Herrschaft Gilgenberg an Solothurn. Mit seiner Tochter Elisabeth starb diese Linie 1554 aus. Der Ramsteinerhof an der Rittergasse erinnert noch an die Präsenz der R. in Basel.


Literatur
GHS 1, 322-376, 414; 3, 408, (mit Stammtaf.)
– W. Merz, Die Burgen des Sisgaus 3, 1910-11, 178-198, Stammtaf. 9

Autorin/Autor: Werner Meyer