Aspermont, von

Ministerialen des Bf. von Chur (12.-14. Jh.). Stammsitz bis Mitte des 13. Jh. war die Burg Alt-A. mit den dazugehörigen Gütern und Rechten zu Trimmis (u.a. Hof Molinära) und Says, danach Neu-A. bei Jenins. Begräbnisstätte war der Churer Dom. Erste bekannte Vertreter sind die Brüder Schwicker und Ulrich, die 1149 als Zeugen eines bischöfl. Rechtsspruchs auftraten. In dieser Zeit pflegte die Fam. Beziehungen zu den Herren von Tarasp und zu den Staufern. So etwa waren Ulrich und Heinrich, Söhne von Schwicker, neben Konrad von Masein die einzigen Zeugen des Bf., als dieser 1170 in Mengen (D) die Schirmvogtei über das Bistum dem Sohn Ks. Friedrichs I. übergab. Der gen. Heinrich war Vizedominus des Bf., wie später sein Enkel Ulrich (belegt 1220-52, gestorben 1275). Letzterer verkaufte verm. Mitte des 13. Jh. die Burg Alt-A. dem Bischof. Durch geschickte Heiraten und unter Ausnutzung der Rivalität zwischen dem Bf. und den Herren von Vaz errichtete die Fam. im 13. Jh. die Herrschaften Jenins (auch A. gen.), Maienfeld und Prättigau, die sie von den Burgen Neu-A. (gegr. vor 1250), Maienfeld (nach 1250) und Fracstein am Eingang zum Prättigau aus verwaltete. Im 14. Jh. geriet die Fam. in finanzielle Schwierigkeiten. Zwischen 1330 und 1342 veräusserten die Brüder Eberhard und Ulrich ihren Bündner Besitz: 1330 die Herrschaft Jenins an die verwandten Streif, 1338 Prättigau an die Gf. von Toggenburg und die von Matsch und 1342 schliessl. Maienfeld an die von Wildegg. Ulrich lebte fortan in Grüningen. Nach seinem Tod ging das Erbe an die Fam. seiner Frau Margareta von Landenberg-Greifensee. Eberhard, Sohn des vorgen. Eberhard, verzichtete 1376 zugunsten dieser Fam. auf das Begräbnisrecht zu Chur und gab Wappen wie Familiennamen auf. Bis 1389 ist er unter dem Namen Rauchenberg als Grundbesitzer in Dornbirn (A) belegt.


Literatur
– A. Mooser, «Neu-A.», in BM, 1935, v.a. 193-218
– O.P. Clavadetscher, W. Meyer, Das Burgenbuch von Graubünden, 1984, 307-309, 319-327

Autorin/Autor: Martin Leonhard