Prangins, de [von]

Waadtländer Hochadelsfam., die von den Herren von Cossonay abstammte. Die von Cossonay besassen das ab 1154 bezeugte Schloss Prangins, dessen Name sie gelegentlich ihrem eigenen beifügten. Nach dem Tod von Jean von Cossonay um 1230 verzweigte sich die Fam. Sein jüngster Sohn Guillaume nannte sich nun P. Die Fam. besass nebst dem Schloss P. im 13. Jh. auch die Stadt Nyon, die Burgen Mont-le-Vieux und Bioley sowie die beiden entfernteren Herrschaften Grandcour und Bellerive im Vully. Jean, der Sohn von Guillaume, verpfändete diese beiden Herrschaften 1276 an Philipp I. von Savoyen und gab sie damit wohl endgültig preis. Die P. stützten sich auf ein bedeutendes Netz von Ritteradligen und verteidigten den Grossteil ihres Besitzes als Allodien, nur die Stadt Nyon bezeichneten sie 1246 als Lehen des Ebf. von Besançon. Stärker noch als die ältere Linie der von Cossonay bekämpften die P. entschieden die savoy. Expansion, insbesondere Aymon, der 1284 auf seinen älteren Bruder Jean folgte. Im Erbfolgekrieg unterstützte Aymon mit seinen Vasallen und den Bürgern von Nyon die Herrin der Dauphiné, Béatrice, die Tochter Peters II. von Savoyen, gegen deren Cousins Amadeus V. und Ludwig I. Die Savoyer besetzten Nyon und eroberten 1293-94 die Burgen von P. Aymon ergab sich, verzichtete jedoch erst 1306 gegen eine Leibrente auf seine Güter und Rechte. Nachdem die Fam. ihre Bindung an die Herrschaft P. verloren hatte, teilte sie sich in mehrere, auch von unehel. Söhnen ausgehende Zweige, die zwei Bf. von Lausanne, Guy ( -> 1) und Johannes ( -> 2), hervorbrachte.


Literatur
– G. Castelnuovo, L'artistocrazia del Vaud fino alla conquista sabauda, 1990, 75-80
– B. Andenmatten, La maison de Savoie et la noblesse vaudoise (XIIIe-XIVe s.), 2005, 143-150, 286-289

Autorin/Autor: Bernard Andenmatten / MD