Champvent, de

Hochadliges Geschlecht, ein Zweig des mächtigen Hauses von Grandson. Das Hausgut lag südl. des Neuenburgersees. Henri (gestorben 1261/64), ein Sohn Ebals IV. von Grandson-La Sarraz, ist 1234 als Herr von C. bezeugt. Trotz vasall. Verbindungen mit dem Adel der Freigrafschaft Burgund (de Chalon) gehörten die C. im 13. Jh. zu den ersten und stärksten Stützen des Hauses Savoyen in der Waadt. Henri war 1234 Zeuge des ersten Testaments Peters II. von Savoyen. Sicherlich waren es diese engen Beziehungen zu Savoyen, die es Pierre ( -> 4) gestatteten, am engl. Königshof eine glänzende Karriere zu machen. Die Burg C. in ihrer bestehenden Form stammt aus dieser Zeit. Die C. waren auch Herren von Sainte-Croix (Burg), Bullet und Vuitebœuf. Ihre Bedeutung zeigt sich in den vielen hohen kirchl. Würdenträgern, die der Fam. entstammten. Guillaume ( -> 1), Othon ( -> 3) und Girard (gestorben vor 1285), drei Brüder von Pierre, waren Domherren von Lausanne. Guillaume und Othon bestiegen sogar den Lausanner Bischofsstuhl. Jean, ein Sohn von Pierre, lebte wie sein Vater in England und wird nur selten in den westschweiz. Quellen erwähnt. 1305 huldigte er Otto I. von Grandson, einem Cousin seines Vaters, für die Burg Sainte-Croix und Bullet. Die Herrschaft C. fiel später zunächst an Othon und kam nach dessen Tod (1312) an den minderjährigen Jean, einen Sohn Humberts und Neffen von Hugues, Domherrn von Lausanne und Herrn von Vugelles-La-Mothe. Die Streitigkeiten Jeans mit den Grandson gestatteten es Ludwig II. von Savoyen, sich als Schiedsrichter einzumischen und die C. in seine Gefolgschaft einzubinden. Durch die Heirat von Jean mit Catherine, einer Tochter des Gf. Rudolf IV. von Neuenburg, fiel die Herrschaft C. an Rudolf, der sie 1325 seinem Sohn Ludwig übertrug.


Literatur
– O. Dessemontet, La seigneurie de Belmont au Pays de Vaud, 1955, (mit Stammtaf.)
– J.-P. Chapuisat, «Au service de deux rois d'Angleterre, au XIIIe siècle», in RHV, 1964, 157-175

Autorin/Autor: Bernard Andenmatten / AW