Belmont, de

Hochadlige Fam. aus der Waadt, Seitenlinie des mächtigen Hauses von Grandson. Das Familiengut lag südlich des Neuenburgersees. Es umfasste mehrere Burgen, darunter die 1154 erstmals erw. Burg B. 1185 erscheint Jordan (gestorben 1227), ein Bruder Ebals III., des Herrn von Grandson und La Sarraz, als alleiniger Herr von B. Seine beiden Söhne Richard und Berthold besassen gemeinsam B. als Lehen der Herren von La Sarraz, einer älteren Nebenlinie des Hauses Grandson. Die Lehnserkenntnis von 1227-34 bezeugt ihre bedeutende Gefolgschaft sowie Vogteirechte über die Dörfer Suchy, Ependes (VD) und Essertines-sur-Yverdon. Wegen dieser Rechte kam es häufig zu Streit mit der Zisterzienserabtei Montheron und dem Lausanner Domkapitel. Den hohen Rang der Fam. unterstreicht die Heirat Columbas, der Schwester Richards und Bertholds, mit Gf. Rudolf III. von Greyerz. 1260-70 gerieten die B. offensichtlich in finanzielle Schwierigkeiten, denn ein Teil der Herrschaft wurde an Savoyen verpfändet. Vielleicht ist dies der Grund, warum die Herrschaft B. nicht auf die direkten Nachkommen Richards und Bertholds überging, die später nur noch die Dörfer Pailly und Bourjod besassen. 1283 waren Herrschaft und Burg B. im Besitz Jakobs von Grandson, eines Vetters ersten Grades von Richard und Berthold. Jakob war zunächst Parteigänger Ludwigs I. von Savoyen und dessen Kastlan in Rue. Um 1300 jedoch, im Konflikt zwischen dem Haus Savoyen und dem waadtländ. Adel, stand er mit seinem Sohn Peter auf der gegner. Seite. Der Frieden von 1303 wurde bekräftigt durch die Heirat Blanches von Savoyen, einer Schwester Ludwigs II. von Savoyen, mit Peter von B. Blanche brachte neben dem Ansehen ihrer Fam. eine beträchtliche, die Dörfer Cudrefin, Grandcour und Bellerive (VD) umfassende Mitgift in die Ehe. Die B. begaben sich damit endgültig in die savoy. Gefolgschaft. Beim Tode seines Onkels Otto I. von Grandson, 1328, erbte Peter dessen Güter und nahm den Titel eines Herrn von Grandson an.


Literatur
– O. Dessemontet, La seigneurie de B. au Pays de Vaud, 1955, (mit Stammtaf.)

Autorin/Autor: Bernard Andenmatten / AW