Aubonne, d'

Waadtländ. Adelsgeschlecht des 11. bis 15. Jh. Unklar ist, ob Turumbert und dessen Bruder Dodo - 1001/02 Teilnehmer an einem Gerichtstag Kg. Rudolfs III. von Burgund in Eysins - zu diesem Geschlecht gehörten. Eine genealog. Lücke besteht zwischen dem in der 2. Hälfte des 11. Jh. gen. Geroldus filius Turumberti de Albona und dem 1154-77 bezeugten Humbert (I.), ab 1154 Herr von A. Dieser entriss Bf. Amadeus von Lausanne das Dorf Saint-Livres, was ihm Amadeus bis zu seinem Tod nicht verzieh. 1234 gewährten die drei Brüder und Herren von A., Guerricus, Jakob II. und Peter II., gen. Putoz, der Stadt A. Freiheiten. Guerricus (bezeugt 1177-1263) überliess 1255 und endgültig 1261 seinen Teil der Herrschaft A. Peter II. von Savoyen. Der von ihm ausgehende ältere Zweig starb im 14. Jh. aus. Guerricus' Bruder Jakob II. (gestorben vor 1236) begründete den Zweig der Mitherren von A. Dieser Zweig erlosch 1458 mit Margarete, Gemahlin Heinrichs, Herrn von Montricher. Jakobs gleichnamiger Sohn (III.), Mitherr von A., hatte bereits 1242 von Peter II. von Savoyen seinen Teil an Stadt und Burg A. zu Lehen genommen. Peter III., ein Sohn Peters I. und Begr. des Lausanner Zweigs, ist 1281 als Bürger von Lausanne bezeugt. Diesem Zweig gehörte neben Domherren und anderen Lausanner Magistraten auch Peter an, der 1419-20, 1433-34 und 1447-48 einer der beiden Bürgermeister (sindici, priores) der Unterstadt Lausanne war. Als Vertreter der Stadt begleitete er 1422 Bf. Guillaume de Challant nach Nürnberg an den Reichstag Kg. Sigismunds. 1441-45 erscheint er als Meier des Bf. in der Unterstadt Lausanne. Der Lausanner Zweig muss noch im 15. Jh. ausgestorben sein.

Nicht verwandt mit den Herren d'A. ist eine aus A. stammende Fam., die vom 14. Jh. an in Morges und vom frühen 16. Jh. an in Nyon nachweisbar ist und durch Heirat sowie Kauf in den Besitz mehrerer Herrschaften in der Waadt gelangte. Jean und sein Enkel David erwarben 1573 bzw. 1661 das Berner Bürgerrecht. Diese Fam. starb 1786 mit David Louis ( -> 1) im Mannesstamm aus. Vom 14. Jh. an ist auch in Vevey eine Fam. de Albona bezeugt. Erster nachweisbarer Vertreter ist Wilhelm, der 1327 eines seiner Häuser für die Gründung eines neuen Spitals (Hôpital du Vieux Mazel) schenkte.


Literatur
– L. de Charrière, Les dynastes d'A., 1870
– G. Castelnuovo L'aristocrazia del Vaud fino alla conquista sabauda, 1990

Autorin/Autor: Ansgar Wildermann