Rötteln, von

Süddt. Adelsgeschlecht, benannt nach dem Ort R. im bad. Wiesental. Die Herrschaft R. umfasste Allodialbesitz und Lehensgüter des Bf. von Basel, der Gf. von Habsburg sowie der Klöster Murbach, St. Blasien und St. Gallen im Wiesental sowie Streugüter im Elsass, Aargau und Baselbiet. Die genealog. Abfolge ist bis in die Mitte des 13. Jh. nicht durchgehend erstellbar. Erstmals ist die Fam. nach 1100 mit Dietrich I., Vogt über die rechtsrhein. Güter des Basler Klosters St. Alban, bezeugt. Ab der 1. Hälfte des 13. Jh. besassen die R. die Burg Rotenberg, nach der sich ein von Dietrich IV. ausgehender, bereits 1280 ausgestorbener Zweig der von R. nannte. Verwandtschaftl. Verbindungen bestanden zu den Frh. von Tegerfelden und von Gösgen, den Gf. von Neuenburg sowie zu süddt. Hochadelsgeschlechtern. Im 12. Jh. erschienen die R. oft im Gefolge der Hzg. von Zähringen. Im 13. Jh. waren sie vorerst mit der Stadt und dem Bf. von Basel gegen die Gf. von Habsburg verbündet und auf Seiten der Psitticher in die Kämpfe der Basler Rittergesellschaften involviert. Nach der Wahl Rudolfs von Habsburg zum König 1273 wandte sich Otto (erw. 1257-1304) von Basel ab und übernahm im Dienste der habsburg.-österr. Landesherrschaft die Burggrafschaft und Landvogtei zu Rheinfelden sowie die Reichsvogtei Basel. Mehrere Vertreter der Fam. schlugen geistl. Laufbahnen ein, darunter die Brüder von Dietrich IV., Lüthold ( -> 1) und Walter ( -> 3), sowie Lüthold ( -> 2), der 1316 als letzter männl. Vertreter seines Geschlechts starb. Erben waren durch Heirat die Herren von Hachberg-Sausenberg.


Literatur
– O.K. Roller, Die Gesch. der Edelherren von R., 1927
GHS 2, 71-92, (mit Stammtaf.)

Autorin/Autor: Franziska Hälg-Steffen