Falkenstein, von (Grafen)

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Solothurner Grafen- und Freiherrengeschlecht, das sich nach der Burg Alt-Falkenstein benannte. Bereits im 12. Jh. gab es ein frühes Geschlecht der F. Um 1230 löste sich der Zweig der Gf. von F. vom Haus Bechburg ab. Erstmals erwähnt werden die F. 1201 mit Rudolf (bezeugt 1201-24). Im 13. Jh. waren sie Inhaber des Kirchenpatronats in Wynau, das sie 1274 mit St. Urban gegen das Patronat von Waldkirch (Niederbipp) tauschten und das zu Beginn des 14. Jh. verkauft wurde. Güter und Rechte besassen sie auch in Egerkingen sowie in Ober- und Niederbuchsiten. Lehensverhältnisse bestanden zu den Gf. von Frohburg und den Gf. von Neuenburg, Konnubium ebenfalls mit den von Neuenburg (1. Hälfte des 13. Jh.) sowie mit den Frh. von Wädenswil (Anfang des 14. Jh.), von Gösgen und von Thierstein. Im 14. Jh. verloren die F. - vermutlich infolge einer unstandesgemässen Heirat - den Grafentitel und den freien Rechtsstand. Es ist unklar, ob die Landgrafschaft im Buchsgau, welche die Fam. in der 1. Hälfte des 15. Jh. innehatte, bereits zu Beginn des 14. Jh., also vor der sog. Entfreiung, den F. gehört hatte. Durch Heirat kam Werner (1318-72) in der 2. Hälfte des 14. Jh. in den Besitz der Herrschaft Gösgen, Hans Friedrich (gestorben 1426) 1418 in denjenigen der Herrschaft Thierstein-Farnsburg und der Landgrafschaft im Sisgau. 1426 verkauften die F. die Landgrafschaft Buchsgau an Bern und Solothurn. 1443 erfolgte eine Erbteilung. Infolge der Parteinahme für Österreich im Alten Zürichkrieg kam es 1444 zur Belagerung der Burg Farnsburg (nach 1418 im Besitz der F.) durch Solothurn und Bern. 1452 verpfändete Hans III. die Herrschaft Thierstein an Österreich und verkaufte sie schliesslich 1461 an Basel. Die Herrschaft Gösgen und die Kastvogtei Werd wurden 1458 von Thomas an Solothurn veräussert; die Landgrafschaft im Sisgau und die Herrschaft Farnsburg kamen 1461 an Basel. Johann Christoph (1523-68), der letzte männl. Vertreter des Geschlechts, starb als kaiserl. Rat und Landvogt im Elsass.


Literatur
GHS 1, 235-252, 412 f.; 3, 406 f., (mit Stammtaf.)
– W. Münch, «Entfreiungen und Freiungen im Hause F.», in BZGA 41, 1942, 5-31
– H. Sigrist, «Die Frh. und Gf. von Bechburg/F. und ihre Burgen», in JbSolG 65, 1992, 107-126

Autorin/Autor: Franziska Hälg-Steffen