05/11/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Fischingen (Gemeinde)

Polit. Gem. TG, Bez. Münchwilen. Die Gem. am Nordfuss des Hörnli entstand 1972 durch die Vereinigung der Munizipalgem. F. mit deren Ortsgem. Au, Dussnang, F., Oberwangen und Tannegg. Sie zählt über 100 weit verstreute Siedlungen. 1328 Fischinon. Polit. Gem.: 1980 2'100 Einw.; 2000 2'605. Ehem. Munizipalgem.: 1850 2'125 Einw.; 1900 2'570; 1950 2'484; 1970 2'248. Ehem. Ortsgem.: 1850 405 Einw.; 1900 717; 1910 812; 1950 643; 1970 588. Das Dorf F. entstand nördlich des kurz vor 1138 gegr. Klosters (nova cella Vishina). Es bildete mit Bichelsee, Balterswil, Ifwil und vermutlich Au das sog. alte Fischinger Gericht (Offnung 1432) und war mit dem Tannegger Amt, welches das Kloster 1693 erwarb, eng verbunden. Kirchlich wurde F. vom Kloster aus versorgt. Die ref. Minderheit gehörte zu Dussnang. 1848 wurde das Kloster aufgehoben und die Klosterkirche der nunmehr selbstständigen Pfarrei übergeben. Auf dem Weg nach Einsiedeln gelegen, entwickelte sich F. mit dem Iddakult im 16. und 17. Jh. zum Wallfahrtsort, was den bescheidenen Markt, das Gastgewerbe und das Handwerk belebte. 1803 erfolgte die Schaffung der Munizipal- und der Ortsgemeinde. Im 19. Jh. war die Weberei, um 1900 die Stickerei verbreitet, da Viehzucht, Wiesenbau und Holzwirtschaft kein genügendes Einkommen boten. Das ehemalige Kloster wurde ab 1852 als Buntweberei genutzt. 1879 richtete der Verein St. Iddazell darin eine Waisenanstalt ein, aus der das 1976 neu erstellte Sonderschulheim Chilberg hervorging. Mit dem Gemeindezusammenschluss von 1972 konnten die Finanzlage verbessert und die Abwanderung aus der wirtschaftlich schwachen Randregion gestoppt werden.


Literatur
HS III/1, 672-710
– M. Gmünder, Einheitsgem. F., 22000

Autorin/Autor: Gregor Spuhler