Bechburg, von

Hochadlige Fam., urkundl. zwischen ca. 1100 und 1400 bezeugt. Bis ins 13. Jh. bleiben Besitzverhältnisse, Genealogie und Rechtsstellung unscharf. Der Grafentitel ist nur für zwei Generationen im 12. Jh. belegt. Der urspr. Besitz gruppierte sich vermutlich um die Eigenkirche Wynau und eine Burg Rotinberc bei Roggwil im Oberaargau. Im 11. Jh. erfolgte ein kolonisator. Vorstoss in den Raum Dünnern-Buchsiterberg. Noch vor 1100 wurde die Namen gebende Feste Alt-Bechburg bei Holderbank (SO) gegründet. Das erste schriftl. Zeugnis für Burg und Fam. (Conrat de Pehpurc) findet sich in den Gründungsurkunden von St. Alban in Basel (um 1100). Wohl nach 1200 übernahmen die B. die Burg und Herrschaft Neu-Falkenstein. 1201 traten sie das alte Familiengut im Oberaargau an St. Urban ab. Um 1230 löste sich vom Haus B. der Zweig der Gf. von Falkenstein ab: Die Güterteilung zwischen den Brüdern Rudolf (1224 als Gf. von Falkenstein erw.) und Conrad von B. (1201-24 erw.) bleibt undurchsichtig. Die Frh. von B. sassen im 13. Jh. auf den Festen Neu-Falkenstein und Alt-B., als Vögte der Gf. von Frohburg auf Ober-Erlinsburg (Gem. Niederbipp). Die von ihnen im 13. Jh. errichtete Feste Neu-Bechburg bei Oensingen ging bald an die Gf. von Frohburg über. Geistl. Angehörige sind als Kanoniker zu Basel und Zofingen sowie als Mönche bzw. Klosterfrauen in Reichenau, Einsiedeln und in der Zürcher Fraumünsterabtei bezeugt. Verschwägerungen bestanden mit den Gf. von Frohburg, den Grünenberg, Klingen, Soppensee, Senn von Buchegg und Heidegg. Um 1300 veräusserten die B. Alt-Bechburg und erwarben die Fremdanteile an der Burg Neu-Falkenstein, die nun Zentrum ihres Herrschaftsverbandes wurde. 1374 wurde Henmann (oder Hans) im Safrankrieg auf Neu-Falkenstein belagert. Er fiel 1386 als Letzter des Geschlechts in der Schlacht bei Sempach. Das Erbe ging 1402 an Solothurn über.


Literatur
GHS 1, 238-245, (mit Stammtaf.)
– W. Meyer, Burgen von A-Z, 1981
– H. Sigrist, «Die Frh. und Gf. von B./Falkenstein und ihre Burgen», in JbSolG 65, 1992, 107-126, (mit Vorbehalten)

Autorin/Autor: Werner Meyer