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Balterswil

Ehem. Ortsgem. TG, polit. Gem. Bichelsee-B., Bez. Münchwilen. Die Ortsgem. gehörte 1803-1995 zur ehem. Munizipalgem. Bichelsee und umfasste neben der Siedlung an der Lützelmurg die Weiler Zielwies, Ifwil (seit 1812) und Lochwies (seit 1843). 885 Baldherreswilare. 1870 348 Einw.; 1900 477; 1910 660; 1950 726; 1980 983; 1990 1'130. B. gehörte im SpätMA den Herren von Bichelsee und gelangte über die Landenberger 1419 an die Abtei Fischingen. Bis 1798 zählte es zum alten Fischinger Gericht. Kirchl. gehörte B. stets zu Bichelsee. 1521 wurden die Weidnutzungsrechte auf Ifwil ausgedehnt, 1651 der Bürgernutzen auf die bestehenden Hofstätten beschränkt. Zu Reb-, Acker- und Obstbau sowie Torfgewinnung kam im 19. Jh. die Viehwirtschaft hinzu. 1884 Dorfbrand (Brandstiftung). Um 1900 bestanden mehrere kleine Stickereien, doch blieb die kleingewerbl.-bäuerl. Erwerbsstruktur bis um 1970 bestehen. 1941-50 wurde das Riet Soor entwässert, 1979 eine Güterzusammenlegung begonnen. Ende 20. Jh. prägten ein Pneumatikbetrieb (gegr. 1950), eine daraus hervorgegangene Firma für Lagereinrichtungen (total ca. 250 Beschäftigte) sowie zahlreiche Wohnbauten das Dorfbild.


Literatur
– P. Rosenkranz, «Die Gem. im Thurgau vom Ancien Régime bis zur Ausscheidung der Gemeindegüter», in ThBeitr. 107, 1969, 47, 189
– P. Wiesli, Heimatkunde über Balterswyl [1865], hg. von H. Walter, 1993
– B. Imhof et al., Geschichte(n) von B., 1996

Autorin/Autor: Gregor Spuhler