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Märwil

Ehem. Ortsgem. TG, polit. Gem. Affeltrangen, Bez. Münchwilen. Die Ortsgem. gehörte 1816-1994 zur ehemaligen Munizipalgem. Affeltrangen. Dorf im oberen Lauchetal mit Breite, Ghürst, Himmenreich und Langnau. 827 Marinwilare. 1850 357 Einw.; 1900 274; 1950 461; 1970 579; 1990 622. Im 9. Jh. erhielt St. Gallen Grundbesitz in M., vor 1178 auch St. Johann im Thurtal. 1228 waren hier die Toggenburger begütert, dann geriet M. unter den Einfluss der Komturei Tobel, zu deren Gerichtsherrschaft es 1489-1798 ganz gehörte. M. war schon 1216 Pfarrei (Patrozinium Georg und Maria Magdalena 1520 erw.). 1275 überliess Diethelm IV. von Toggenburg den Kirchensatz Tobel. Nach der Reformation 1529 wurde M. 1569 Filiale der ref. Kirche Affeltrangen. 1713 verzichteten die Katholiken auf die Kirche (Teilung des Kirchenguts erst 1807). Bis 1819 bildeten M. und Buch bei M. die sog. Hauptgemeinde M. (Bürgerrecht, Löschwesen und Beamte gemeinsam, Güter getrennt). Kornbau in drei Zelgen, Allmend z.T. Torfmoor (Abbau letztmals 1939-45). In der 2. Hälfte des 19. Jh. Übergang zu Feldgrasbau. Im 1. Weltkrieg Korrektion der Lauche und Güterzusammenlegung. 1870-1914 verbreitet Heimstickerei. 1911-2003 Station der Mittel-Thurgau-Bahn, 1911-2003 Mosterei, seit 1930 Käsehandlung, 1948-81 Schuhfabrik.


Literatur
Kdm TG 2, 1955
– «Mosterei M.», in Thurgauer Jb. 38, 1962, 110-114
– H. Bühler, «Gesch. der Johanniterkomturei Tobel», in ThBeitr. 122, 1985, 5-312
– Meyer, Kirchgemeinden, 120
– F.A. Stutz, Obstverwertung M.: 1911-2001, Ms., 2002, (KBTG)

Autorin/Autor: André Salathé