30/05/2001 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Affeltrangen

Polit. Gem. TG, Bez. Münchwilen. Die seit 1995 bestehende polit. Gem. A. deckt sich räuml. mit der Ende 1994 aufgehobenen Munizipalgem. A., welche die ehem. Ortsgem. A., Buch bei Märwil, Märwil und Zezikon umfasste. Die ehem. Ortsgem. A. im oberen Lauchetal umschloss das Kirchdorf A. (779 Affaltrawangas) mit Bollsteg, Isenegg, Kreuzegg, Nägelishub und Rüti. Ehem. Munizipalgem. A.: 1850 1'505 Einw.; 1900 1'133; 1950 1'484; 1990 1'834. Ehem. Ortsgem. A.: 1850 437 Einw.; 1900 406; 1910 518; 1941 467; 1970 671; 1990 773.

Im 8./9. Jh. kam das Kloster St. Gallen zu Grundbesitz in A. Direkt und über die Toggenburger sowie deren Dienstleute gelangte dieser ab 1228 sukzessive an die Komturei Tobel, zu deren Gerichtsherrschaft A. von ca. 1280 bis 1798 ganz gehörte. Von der Mutterpfarrei der Kirche St. Johann Baptist und Evangelist lösten sich schon früh Lommis, Märwil und Tobel. 1275/86 schenkten die Toggenburger den Kirchensatz der Komturei, die ihn bis 1807 innehatte. 1529 wurde die Reformation eingeführt. Die Katholiken waren ab 1569 fakt. nach Tobel, die Tobler Reformierten nach A. pfarrgenössig, ohne dass der kath. Anspruch auf die Kirche (ab 1664 wieder Messe) aufgegeben worden wäre. Erst 1934 erfolgten der Bau einer kath. Kapelle (von Tobel) und die Aufhebung des parität. Verhältnisses. Eine Offnung (1467) regelte das dörfl. Leben. Bis ca. 1860 herrschte Getreidebau in drei Zelgen vor, dann ging man zu Feldgrasbau über (1870 Käserei). Der Weinbau ging um 1900 ab. 1870-1914 war die Heimstickerei verbreitet. 1898/99-1973/74 bestanden zwei Stickerei-, später Trikotwarenfabriken; seit 1961 produziert eine Fabrik für Drucklufttechnik. Die Mittel-Thurgau-Bahn (1911) brachte keinen wirtschaftl. Aufschwung. Rege Bautätigkeit setzte um 1960 ein (1990 56% Weg-, 45% Zupendler).


Literatur
Thurgauer Tbl., 20.3.1952
Kdm TG 2, 1955, 3-10
– H. Bühler, «Gesch. der Johanniterkomturei Tobel», in ThBeitr. 122, 1985, 5-312
– H. Matthey, A., 1991
– Meyer, Kirchgem., 94 f.

Autorin/Autor: André Salathé