Engwilen

Ehem. Ortsgem. TG, polit. Gem. Wäldi, Bez. Kreuzlingen. Das seit 1995 zur polit. Gem. Wäldi gehörende E. liegt am Südhang des Seerückens nahe der Autobahn Winterthur-Konstanz. Zwischen 1301 und 1307 Engwille. 1850 161 Einw.; 1900 163; 1950 175; 1990 170. Im MA lag E. am südwestl. Rand der einstigen Bischofshöri und gehörte zur bischöfl.-konstanz. Obervogtei Gottlieben. Das Niedergericht E. besassen bis 1798 die drei freien Engwiler Geschlechter Egloff, Engwiler und Meyer als Lehen des Bf. von Konstanz. Eine Offnung 1532 regelte u.a. die Verpflichtungen dem Bischofsstuhl gegenüber: Bei Reisen des Bischofs z.B. nach Rom waren die Dorfbewohner verpflichtet, einen Säumer zu stellen (sog. Sintlehen). Das seit der Reformation mehrheitlich ref. E. gehört bis heute zur Pfarrei Lipperswil. Die wenigen kath. Einwohner besuchten die Messe in der Pfarrei Homburg und sind seit 1869 in der kath. Kirchgem. Kreuzlingen-Emmishofen integriert. Im 19. Jh. wurde der Ackerbau von Milchwirtschaft, Viehzucht und Obstbau abgelöst. 1955 liess sich die Metallbaufirma Paul Zöllig AG (heute Thur Metall AG) in E. nieder. In jüngster Zeit hat sich das Dorf zur ländl. Wohngemeinde gewandelt.


Literatur
– H. Maurer, «Die Bischofshöri», in Freiburger Diözesan-Archiv 100, 1980, 19-21
Hinweisinventar alter Bauten und Ortsbilder im Kt. Thurgau, Ms., 1997, (StATG)

Autorin/Autor: Verena Rothenbühler