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Scherzingen

Ehem. Orts- und Munizipalgem. TG, Bez. Kreuzlingen. Das am Bodensee 6 km südöstlich von Kreuzlingen gelegene S. bildet seit 1994 mit Landschlacht die polit. Gem. Münsterlingen. 1803-1993 gehörten die Ortsgem. S., Bottighofen und Landschlacht zur Munizipalgem. S. 1150 Scherzingen. Ehem. Munizipalgem. S.: 1850 1'260 Einw.; 1900 1'666; 1950 2'385; 1990 3'652. Ehem. Ortsgem. S.: 1831 229 Einw.; 1850 285; 1900 705; 1950 1'228, 1990 1'470. Neolith. oder bronzezeitl. Pfahlbauten. S. lag im MA in der Bischofshöri Konstanz und unterstand später bis 1798 der Vogtei Eggen. Das Kloster Münsterlingen erwarb die Zehnten 1280 vom Domstift Konstanz und 1289 von den Ministerialen von Kastell. Die Pfarrei Münsterlingen, die S., Bottighofen, bis 1709 Kurzrickenbach und ab 1712 Oberhofen umfasste, war lange mit dem Kloster eng verbunden und trat früh zur Reformation über. 1617-18 errichtete das Kloster als Patronatsherr eine ref. Kirche in S. 1911-93 bestand eine Obstverwertungsgenossenschaft. Die 1886 gegr. Weinkellerei Rutishauser gehört zur niederländ. Baarsma Wine Group (2010 knapp 40 Mio. Fr. Umsatz, ca. 3 Mio. Flaschen Wein). Nachdem S. noch bis weit ins 20. Jh. Acker-, Wein-, Obst- und Grasbau betrieb, hat es inzwischen den ländl. Charakter weitgehend verloren.


Literatur
– J. Greuter, Gesch. der evang. Kirchgem. S.-Bottighofen, 1964
Hinweisinventar Thurgau: Münsterlingen I, Ms., 2006 (StATG)

Autorin/Autor: Erich Trösch