Dünnershaus

Ehem. Ortsgem. TG, polit. Gem. Langrickenbach, Bez. Kreuzlingen. Das auf dem östl. Seerücken gelegene D. umfasste 13 Weiler, darunter D. und Eggethof (796 [?] Agitinchova), das mit Schulhaus (1825) und Käserei das Zentrum der Streusiedlung bildet. 1850 469 Einw.; 1900 419; 1950 395; 1990 293. D. lag vor 1798 in den sog. Hohen Gerichten, in denen der eidg. Landvogt im Thurgau sowohl Hoch- wie Niedergericht innehatte. Kirchlich gehörten D., Rutishausen und Oberleuenhus zu Güttingen, die übrigen Weiler zu Langrickenbach. Nach der Reformation (1529) wurden die wenigen Katholiken (1870 4%) von Güttingen und Altnau aus versorgt. 1654 erhielt D. das Recht, in Feld und Wald zu gebieten. Ab 1720 bildeten D., Rutishausen und Oberleuenhus die Gem. Dünnershaus(en). 1812 wurde diese sog. Gem. "auf den Höfen" mit Eggethof, Bärshof und Schönenbohl zur Ortsgem. D. verschmolzen, die bis zu deren Aufhebung Ende 1997 zur Munizipalgem. Langrickenbach gehörte. Wichtigster Erwerbszweig ist noch immer die Landwirtschaft (Obstbau), daneben bot im 19. und frühen 20. Jh. die Heimindustrie (Weberei, Stickerei) ein Zusatzeinkommen.


Literatur
– H. Brugger, Gesch. der Evang. Kirchgem. Langrickenbach und Birwinken, 1931, 105 f., 115
– P. Rosenkranz, Die Gem. im Thurgau vom Ancien Régime bis zur Ausscheidung der Gemeindegüter 1872, 1969
Thurgauer Ztg., 11.6.1990

Autorin/Autor: Gregor Spuhler