• <b>Jakob Meyer (zum Hasen)</b><br>Als Basler Bürgermeister, porträtiert von  Hans Holbein dem Jüngeren.   Gefirnisste Tempera auf Lindenholz, 1516 (Kunstmuseum Basel, Fotografie Martin Bühler). Jakob Meyer hatte mit seiner Wahl zum Bürgermeister den Höhepunkt seiner politischen Karriere erreicht, als er sich mit seiner zweiten Frau Dorothea Kannengiesser von Holbein in einem Doppelbildnis porträtieren liess (hier nur das linke Teilbild). In kostbarer Kleidung posiert er vor einer triumphbogenartigen antikischen Architekturkulisse.

No 68

Meyer, Jakob (zum Hasen)

geboren 1482 Basel, gestorben vor Juli 1531 Basel, von Basel. Sohn des Jacob des Älteren und der Anna Gallizian. Aus einem teilweise adligen und patriz. Geschlecht. Neffe des Hans Gallizian. ∞ 1) Magdalena Bär, Tochter des Hans, aus dem Ratsgeschlecht, 2) Dorothea Kannengiesser. M. übte den einträgl. Beruf eines Wechslers aus und trat 1503 in die Hausgenossen- und die Weinleuten-, 1504 in die Schlüsselzunft ein. Im selben Jahr begann er seinen polit. Aufstieg im Vorstand der Hausgenossenzunft, wurde 1510 zum Zunftmeister und 1516 zum Bürgermeister gewählt. Bis 1521 übernahm er die erstrangigen polit. Ämter des Siebners (Finanzen), Neuners (Kriegsausschuss), Ladenherrn, Heimlichers (Ratswahl), Gerichts- und Fünfer- sowie des Appellationsherrn (zweite und höchste Gerichtsinstanz) und regierte ab spätestens 1516 als Dreizehner (Geheimer Staatsrat) im zentralen Machtgremium Basels. M. zählte zu Basels Hauptgesandten in die Eidgenossenschaft. Seine militär. Karriere begann er 1507 als Fähnrich (Feldweibel), stieg 1508 im Romzug Maximilians zum Hauptmann auf und hatte diesen Grad auch 1512 im Lombardeizug, 1515 im Marignanozug und 1520 im Pfeffingerhandel inne. Dazwischen fungierte er im Dijonerzug 1513 als Lütiner (Leutnant). Mit seinem Onkel Hans Gallizian und dem Oberstzunftmeister Ulrich Falkner führte M. die franz. Ratspartei Basels an. Damit verwickelte er sich tief in die innenpolit. Wirren des Basler Pensionensturms und wurde 1521, obwohl Bürgermeister, als renitenter Pensionenempfänger aus dem Rat ausgeschlossen. 1524 zog er als Söldnerführer für Frankreich und den Papst nochmals nach Italien. 1525/26 gab er bei Hans Holbein dem Jüngeren die sog. "Darmstädter Madonna" in Auftrag und dokumentierte damit seine altgläubige Gesinnung. Sein weiteres Schicksal bis zu seinem Tod ist unbekannt. M. war der erste Zunftvertreter, der in Basel das Bürgermeisteramt erlangte. Während seiner politisch aktiven Zeit gehörte M. zur engen polit. Elite des vorreformator. Basel.

<b>Jakob Meyer (zum Hasen)</b><br>Als Basler Bürgermeister, porträtiert von  Hans Holbein dem Jüngeren.   Gefirnisste Tempera auf Lindenholz, 1516 (Kunstmuseum Basel, Fotografie Martin Bühler).<BR/>Jakob Meyer hatte mit seiner Wahl zum Bürgermeister den Höhepunkt seiner politischen Karriere erreicht, als er sich mit seiner zweiten Frau Dorothea Kannengiesser von Holbein in einem Doppelbildnis porträtieren liess (hier nur das linke Teilbild). In kostbarer Kleidung posiert er vor einer triumphbogenartigen antikischen Architekturkulisse.<BR/>
Als Basler Bürgermeister, porträtiert von Hans Holbein dem Jüngeren. Gefirnisste Tempera auf Lindenholz, 1516 (Kunstmuseum Basel, Fotografie Martin Bühler).
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Archive
– StABS, PrivA
Quellen
– C. Wurstisen, Epitome Historiae Basiliensis, 1577
Literatur
– H. Füglister, Handwerksregiment, 1981
Hans Holbeins Madonna im Städel, Ausstellungskat. Frankfurt am Main, 2004

Autorin/Autor: Samuel Schüpbach-Guggenbühl