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Meyer, Adelberg (zum Pfeil)

geboren nach 1482 Basel, begraben 6.6.1548 Basel, ab 1529 ref., von Basel. Sohn des Niclaus, Ratsschreibers. Bruder des Bernhard ( -> 14). ∞ 1) Catharina Hütschi, Tochter des Melchior, Zunftmeisters, 2) Margret Trutmann, Tochter des Hans, Oberstzunftmeisters, 3) Catharina Bischoff, Tochter des Andres, Ratsherrn. M. war gelernter Tuchhändler und von Ks. Ferdinand I. erblich geadelter Junker. Er amtierte ab 1518 als Stadtwechsler, was sein bedeutendes Vermögen noch vergrösserte. 1504 trat er in die Herrenzünfte Safran und Schlüssel sowie in die Webernzunft ein. Seine polit. Karriere begann M. 1511 als Safran-Zunftvorstand. Ab 1509 Gerichtsherr, wurde er 1514 Ratsherr und bekleidete bis 1548 die Ämter eines Siebners (Finanzen), Neuners (Kriegsausschuss), Fünfers (Gericht), Dreiers (oberste Finanzaufsicht), des Bau- und Kaufhausherrn, eines Ehebruchherrn (Ratsvertreter im Ehegericht) und eines Appellationsherrn (zweite und höchste Gerichtsinstanz). Ausserdem versah er das Pflegamt des Klostergutes Steinen. Ab 1518 lenkte er die Basler Politik als Dreizehner. 1522 wurde er zum Bürgermeister gewählt, was er bis zu seinem Tod blieb. 1524-46 hatte er die militär. Ämter des Zeug- und des Bannerherrn im Rang eines Hauptmanns inne. M. war einer der bedeutendsten Basler Diplomaten der Reformationszeit, sowohl wegen seiner Gesandtschaften in die Eidgenossenschaft als auch an den Oberrhein. Als Führer der Mittelpartei zwischen den konfessionspolit. Positionen Basels der 1520er Jahre machte sich M. innenpolitisch unentbehrlich. Als erster nicht vom Bischof eingesetzter, sondern vom Rat gewählter Bürgermeister des Basler Zunftregiments wurde er einer der mächtigsten Politiker Basels seiner Zeit.


Archive
– StABS, PrivA
Quellen
– «Die Familienchronik der M. zum Pfeil 1533-1656», in Basler Chroniken 6, hg. von A. Bernoulli, 1902, 377-407
Literatur
– H. Füglister, Handwerksregiment, 1981
– S. Schüpbach-Guggenbühl, Schlüssel zur Macht, 2002

Autorin/Autor: Samuel Schüpbach-Guggenbühl