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Offenburg, Henman

geboren 1379 Basel, gestorben 1459 Basel, von Basel. Sohn des Albrecht und der Anna. ∞ 1396 Anna Kupfernagel. O. übernahm die Apotheke seines Vaters und gehörte der Safranzunft, ab 1411 auch der Zunft zu Hausgenossen an. Er zählte 1401/02 mit 1'000-1'500 Gulden Vermögen zu den 133 reichsten Bürgern und betrieb Fernhandel, auch mit Edelmetall, sowie Finanzgeschäfte. Während des Konzils in Konstanz führte er 1415-18 eine Bank und trat als Finanzfachmann in enge persönl. Beziehung zu Kg. Sigismund. 1417 erhielt er für sich und seine Nachkommen von Sigismund einen Wappenbrief und die Ritterwürde. 1433 wurde er in Rom vom Kaiser zum Ritter geschlagen und 1437 in Jerusalem zum Ritter des Hl. Grabes ernannt. Er war 1406-1459 Mitglied des Basler Rats: 1406-07 und 1410-23 als Ratsherr der Safranzunft, 1413-22 viermal als Oberstzunftmeister, 1423-33 als Vertreter der Achtburger und 1435-1459 als Ritter. Während des zweiten Ammeistertums (1410-17) gehörte er zum inneren Kreis des Stadtregiments. Ab 1423 war er als Diplomat tätig. Regelmässig vertrat er die Stadt in Reichsangelegenheiten, u.a. bei Königswahlen, 1422 auf dem Reichstag in Nürnberg und 1424-25 in Wien. Z.Z. des Basler Konzils (1431-49) wurden ihm vom Konzil, dessen Reichsprotektor Hzg. Wilhelm von Bayern und von Ks. Sigismund diplomat. Missionen anvertraut. Seine österr. Lehen brachten ihn politisch in Schwierigkeiten, besonders 1445, als er aus dem Rat ausgeschlossen wurde und einen Hochverratsprozess befürchtete. Er vefasste eine autobiograf. Verteidigungsschrift, welche die Zeit von 1443-45 ausführlich schildert und als Chronik des Henman O. überliefert ist. Nach Beruhigung der Lage wurde er wieder in den Rat berufen.


Quellen
– «Die Chronik Henmann O.s: 1413-1445», in Basler Chroniken 5, 1895, hg. von A. Bernoulli, 201-299
Literatur
– E. Gilomen-Schenkel, Henman O. 1379-1459, ein Basler Diplomat im Dienste der Stadt, des Konzils und des Reichs, 1975

Autorin/Autor: Elsanne Gilomen-Schenkel