14/09/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken

Gottlieben

Polit. Gem. TG, Bez. Kreuzlingen. Die städtisch wirkende Kleinsiedlung liegt nordwestlich von Kreuzlingen an der Mündung des Rheins in den Untersee (Seerhein). 1798-1874 Bezirkshauptort (nachmals Kreuzlingen). Ende 10. Jh. Gotiliubon. 1850 268 Einw.; 1900 265; 1941 192; 1950 237; 2000 304. In dem ursprünglich in der Bischofshöri gelegenen G. baute Bf. Eberhard von Waldburg 1251 eine Burg, die den Bischöfen von Konstanz als Residenz diente. Nach dem Schwabenkrieg 1499 verwaltete der bischöfl. Obervogt von der Burg bzw. dem Schloss aus bis 1798 die Niedergerichte G., Engwilen, Siegershausen und Tägerwilen (bischöfl.-konstanz. Obervogtei G.). 1808 kam das Schloss G. in Privatbesitz; 1837 wurde die Anlage in neugot. Stil umgestaltet. Ursprünglich lag G. in der Pfarrei Tägerwilen. Während der Reformation (1529) trat die ganze Gem. zum neuen Glauben über. 1734-35 wurde die Kirche erbaut und die ref. Kirchgemeinde G. gebildet; seit 1912 ist diese mit Tägerwilen verbunden. Die Verwaltungen der räumlich ident. Orts- und Munizipalgem. G. wurden 1870 zur Einheitsgem. G. zusammengelegt. Im 17. und 18. Jh. erlebte G. u.a. wegen seiner günstigen Verkehrslage am Rhein einen wirtschaftl. Aufschwung als Handels- und Umschlagplatz (Salz, Eisen, Wein); 1678 erhielt es das Marktrecht. Obwohl sich in G. bereits im 19. Jh. kleinere Industrien ansiedelten (Knopffabrik, Rosshaarspinnerei), bildeten bis nach der Mitte des 20. Jh. Fischerei, Handwerk und Handel den Haupterwerb der Bevölkerung. Nach 1945 entwickelte sich der Tourismus, so dass heute neben zwei Bootswerften und der bekannten Hüppenbäckerei die Gastronomie in G. der wichtigste Arbeitgeber ist. 2000 wurde mit dem Bodman-Haus, dem ehem. Wohnhaus des Dichters Emanuel von Bodman (1874-1946), eine Gedenk- und Kulturstätte eröffnet.


Literatur
– E. Bächer, G. - Informationen zur Gesch., 2001

Autorin/Autor: Verena Rothenbühler