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Neuwilen

Ehem. Ortsgem. TG, Bez. Kreuzlingen, seit 1996 Teil der polit. Gem. Kemmental. Das Dorf N. an der Hauptstrasse Frauenfeld-Kreuzlingen mit den Weilern Oberstöcken und Schwaderloh bildete 1803-1995 eine Ortsgemeinde der Munizipalgem. Alterswilen. 1159 Nunewillare. 1850 429 Einw.; 1900 409; 1950 351; 1990 356. Ursprünglich in der Konstanzer Bischofshöri gelegen, gehörte N. ab spätestens Mitte des 13. Jh. zur Vogtei Eggen. 1447 kam es unter die Gerichtsherrschaft des Raitigerichts der Stadt Konstanz, in der es bis 1798 verblieb. Pfarrgenössig war N. zunächst nach St. Stephan in Konstanz, dann nach Tägerwilen, seit dem 13. Jh. stets nach Alterswilen. Nach der Reformation 1529 gingen die wenigen Katholiken nach Bernrain zur Kirche, ab 1831 gehörten sie zur Pfarrei Emmishofen (heute Pfarrei Kreuzlingen-Emmishofen). Die Rechte der Gem. wurden 1490 in der Gerichtsoffnung, später in Gemeindebriefen festgelegt. Im 18. Jh. schloss sich die Bürgerschaft ab. N. erwarb 1805 vom Kanton 150 ha Wald. Nach der Dreizelgenwirtschaft (Kornbau) ging man im 19. Jh. zu Vieh- und Milchwirtschaft über (1865 Dorfkäserei, seit 1958 nur noch Milchannahmestelle). 1845-80 war eine Bierbrauerei aktiv, 1870-1910 zahlreiche Handsticker, ab 1878 ein Sieb- und Drahtwarenfabrikationsbetrieb. 1967-87 erfolgte eine Güterzusammenlegung. Seit 1992 führt die A7 über das Gemeindegebiet.


Literatur
– H. Nater, N., Ellighausen, Lippoldswilen, 1971
– H. Maurer, «Die Bischofshöri», in Freiburger Diözesan-Archiv 100, 1980, 9-25
– M. Kernen, Kemmental, 1991

Autorin/Autor: André Salathé