Eberler

Die E., ursprünglich ein jüd. Geschlecht aus Colmar, werden 1362 erstmals in Basel erwähnt. 1377 wurde Mathis E. wegen angebl. Blasphemie ausgewiesen. Dessen Sohn Mathis (II., gestorben 1437) wurde 1393 bei seiner Rückkehr als Christ ins Basler Bürgerrecht aufgenommen und 1404 Zunftmeister zum Schlüssel sowie Ratsherr. Er heiratete die Witwe von Hermann Schlegel, genannt Grünenzweig; dieser Name ging in der Folge auf die Fam. E. über, deren Angehörige in Zünften und Räten bedeutende Stellungen erreichten. Mathis (III., der Sohn Mathis' II.), Ratsherr zu Weinleuten, war 1444 Oberbefehlshaber der eidg. Besatzung in Rheinfelden. Der Junker Mathis (gestorben 1502), ein Neffe von Mathis II., fungierte als Ratsherr und Meister der Schlüsselzunft, Achtburger auf der Hohen Stube sowie Herr zu Hiltalingen (heute Haltingen, Stadtteil von Weil am Rhein, Baden). Er stiftete die Grabkapelle der E. in der Peterskirche. Mit Nikolaus (gestorben 1518), der das Schultheissenamt in Baden bekleidete, erlosch das Geschlecht.


Literatur
– A. Burckhardt, «Die E. genannt Grünenzweig», in BZGA 4, 1905, 246-276
Wappenbuch der Stadt Baden, 1920, 111 f.

Autorin/Autor: Ruedi Brassel-Moser