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Walther, Thüring

getauft 6.9.1546 Bern, gestorben 1615, ref., von Bern. Sohn des Mathis, Glasmalers. ∞ 1) 1569 Sara Stürtzel, 2) Anthonia Meyer. Mitglied der Stube zu Mittellöwen in Bern, 1577 Stubenmeister, ab 1578 im Gr. Rat. Als einer der führenden Glasmaler in Bern fertigte W. zahlreiche Wappenscheiben für das Berner Patriziat an. Zwischen 1572 und 1614 erhielt er zudem Aufträge von der Stadt, darunter für Ausbesserungen von Glasfenstern; 1574 reparierte er die Scheiben im Mittelfenster des Münsterchors. Neben einem Fragment aus der Kirche in Aarberg (im Bern. Hist. Museum) hat sich als einzige gesicherte Glasmalerei die Vennerscheibe von 1564 mit dem Monogramm THW (im Schlossmuseum Thun) erhalten. Weitere Zuschreibungen in der älteren Forschung sind problematisch. Von W. stammen ferner Scheibenrisse und das sog. Berner Wappenbüchlein mit Holzschnitten von 1612, eines der ältesten gedruckten Wappenbücher der Schweiz.


Literatur
SKL 3, 425
– R. Hasler, Die Scheibenriss-Slg. Wyss 1, 1996, 198-205
– B. Kurmann-Schwarz, Die Glasmalereien des 15. bis 18. Jh. im Berner Münster, 1998, 106 f., 377, 508, 651
– U. Bergmann et al., «Die Restaurierungen von Schweizerscheiben im 17. und 18. Jh.», in Newsletter / Corpus vitrearum 48, 2001, 8-14, v.a. 12

Autorin/Autor: Angela Schiffhauer