• <b>Joseph Plepp</b><br>Rötelzeichnung.  Conrad Meyer   zugeschrieben, um 1642 (Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung und Fotoarchiv).

No 2

Plepp, Joseph

getauft 3.10.1595 Bern, gestorben vor 30.5.1642 Bern, ref., von Bern. Sohn des Hans Jakob ( -> 1). Enkel des Daniel Heintz des Älteren, Neffe von Daniel Heintz dem Jüngeren und Joseph Heintz. ∞ 1629 Ursula Schnell, Tochter des Wolfgang, Pfarrers. 1620 Wanderschaft u.a. in Stuttgart, 1622 zurück in Bern. 1634-42 bern. Werkmeister über das Kirchen- und Steinwerk, 1635 Mitglied des Gr. Rats. P. versah die von Daniel Heintz dem Jüngeren errichteten Landvogteischlösser mit Fassadenmalereien und Landvögte-Wappentafeln, so etwa 1623-24 in Büren an der Aare. Er schuf exakte Planaufnahmen von Haupt- und Landstädten für den Fortifikationsexperten Valentin Friderich. Eine in diesem Zusammenhang entstandene aquarellierte Planvedute von Stadt und Schloss Lenzburg sowie mehrere radierte Stadtansichten, u.a. von Bern, Lenzburg und Aarburg, sind auch in Matthaeus Merians "Topographia Helvetiae" abgedruckt. 1638 gab P. eine Berner Karte heraus. 1632 überführte er in obrigkeitl. Auftrag die Bibliothek von Jacques Bongars von Basel nach Bern. P. besass selbst eine stattl. Sammlung von Architekturlehrbüchern seiner Zeit. Als dritter und letzter bern. Werkmeister der Fam. Heintz-P. führte er Renovationsarbeiten am Münsterturm aus (1634) und baute den Käfigturm (1638-43). P. verwirklichte das humanist. Ideal des kultivierten, theoretisch gebildeten und technisch vielseitigen Künstlerarchitekten. Er malte Porträts und begründete die bern. Stillleben- und Landschaftsmalerei.

<b>Joseph Plepp</b><br>Rötelzeichnung.  Conrad Meyer   zugeschrieben, um 1642 (Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung und Fotoarchiv).<BR/>
Rötelzeichnung. Conrad Meyer zugeschrieben, um 1642 (Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung und Fotoarchiv).
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Literatur
BLSK, 829 f.
Berns mächtige Zeit, hg. von A. Holenstein, 2006

Autorin/Autor: Johanna Strübin Rindisbacher