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No 14

Merian, Maria Sibylla

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geboren 2.4.1647 Frankfurt am Main,gestorben 13.1.1717 Amsterdam, luth., aus Frankfurt am Main. Tochter des Matthaeus ( -> 15) und der Johanna Sibylla Heim (Heiny). Halbschwester von Caspar ( -> 5) und Matthäus ( -> 16). ∞ 1665 Johann Andreas Graff, Maler und Kupferstecher, aus Nürnberg. M. wurde von ihrem Stiefvater Jacob Marrel im Blumenmalen unterrichtet und studierte schon als Kind Insekten. Ab 1670 erteilte sie jungen Damen in Nürnberg Malstunden. Aus Unterrichtsvorlagen entstand 1675 das "Blumenbuch", dem 1677 ein zweiter, 1680 ein dritter Teil und als Zusammenfassung das "Neue Blumenbuch" folgten. 1679 bzw. 1683 erschien "Der Raupen wunderbare Verwandelung und sonderbare Blumennahrung" in zwei Teilen zu je 50 Tafeln, denen die jüngere Tochter 1717 einen dritten Teil hinzufügte. 1685 trennte sich M. von ihrem Mann und zog zur Labadistengemeinschaft nach Westfriesland und 1691 nach Amsterdam. 1699-1701 hielt sie sich mit einer Tochter in Niederländisch-Guayana auf. Als Resultat dieser Forschungsreise erschien 1705 der Folioband "Metamorphosis insectorum Surinamensium" mit 60 Tafeln, auf denen jeweils ein Insekt als Raupe, Puppe und Schmetterling samt der Futterpflanze abgebildet ist. Ihr Werk und ihr selbstbestimmtes Leben machten M. international zu einer Ikone des Feminismus.


Literatur
NDB 17, 138 f.
– N. Z. Davis, Drei Frauenleben, 1996 (engl. 1995)
– H. Kaiser, Maria Sibylla M., 1997
BLSK, 706-708
– L.H. Wüthrich, Matthaeus M. d.Ä., 2007, 376-383

Autorin/Autor: Lucas Wüthrich