Matzingen

Polit. Gem. TG, Bez. Frauenfeld. Liegt 5 km südöstlich von Frauenfeld an der Mündung der Lauche und der Lützelmurg in die Murg. 1803-17 bildeten die Ortsgem. M. und Stettfurt (ab 1812 mit Dingenhart, Halingen und Ristenbühl) die Munizipalgem. M., ab 1870 war M. Einheitsgem. 779 Mazcingas. 1870 690 Einw.; 1900 730; 1950 1'026; 1990 1'841; 2000 2'324. Die Frh. von M. besassen im HochMA die niedere Gerichtsbarkeit. 1402 ging M. an die Herrschaft Sonnenberg über (bis 1798). 894 hatte M. eine Kirche, die zu Wängi gehörte. Kollator war das Stift St. Gallen, ab 1401 die Komturei Tobel. 1518 bildete M. eine eigene Pfarrei und wurde 1529 reformiert. Die Dorfoffnung datiert von 1482. Jahrhundertelang dominierten Acker-, Obst- und Rebbau (Letzterer bis 1908 betrieben); nach 1850 setzten sich Vieh- und Milchwirtschaft (Käserei) durch. M. besass 1150-1996 eine Mühle. 1863 wurde eine Hafnerei gegründet, 1866 eine Spinnerei, die man 1878 in eine Weberei umwandelte. Der Anschluss an die Frauenfeld-Wil-Bahn 1887 förderte die Ansiedlung neuer Firmen (u.a. Möbelfabrik). 1919 erfolgte die Errichtung der Mosterei M., die ab 1950 das Getränk "Halb-halb" (Orangensaftlimonade und Most) herstellte. Aus einer 1948 gegr. Werkstätte für Landmaschinenbau entwickelte sich die Gehring Cut AG, die heute Produkte für den Fahrzeugbau und die Medizinaltechnik herstellt. Die Nationalstrasse A1 ermöglichte ab 1970 einen Aufschwung: Firmen der Metallbau- und Verpackungsindustrie liessen sich in M. nieder. Von 1965 bis 2000 verdoppelte sich die Einwohnerzahl.


Literatur
– J. Stutz, Aus der Gesch. von M., 1930
– F.A. Stutz, 1200 Jahre M. 779-1979, 1979
Thurgauer Ztg., 21.8.2004; 15.10.2004
– F.A. Stutz, Die Mühle in M. und ihre Gesch. 1150-2007, 2007

Autorin/Autor: Erich Trösch