Eschikofen

Ehem. Ortsgem. TG, vor 1999 Teil der Munizipalgem., seither Teil der polit. Gem. Hüttlingen, Bez. Frauenfeld. E. liegt am nördl. Hangfuss des Wellenbergs an der Hauptstrasse Frauenfeld-Weinfelden. 878 Hassinchovarromarcha, im 19. Jh. Heschikofen. 1850 147 Einw.; 1900 157; 1950 169; 1960 173; 1980 109; 1990 130. E. gehörte dem Kloster St. Gallen, bevor im 12. Jh. die Abtei Reichenau als Grundherrin auftrat (Offnungen von 1430 und 1479). Nach der Inkorporation der Abtei Reichenau ins Bistum Konstanz (1540) gehörte das Niedergericht E. bis 1798 zum einen Teil dem Bf. von Konstanz (bischöfl. Amt Frauenfeld), zum anderen der Herrschaft Griesenberg. Ursprünglich lag E. in der Pfarrei Pfyn. Seit 1531 gehört das mehrheitlich ref. E. zur Pfarrei Hüttlingen; die kath. Einwohner besuchen seit 1869 die Messe in Müllheim. 1837 wurde die Fähre über die Thur durch eine gedeckte Holzbrücke ersetzt, 1954 wurde die Betonbrücke gebaut. Vor der Thurkorrektion (1907-13) war E. häufig Überschwemmungen ausgesetzt. Im Laufe des 19. Jh. lösten Milchwirtschaft und Viehzucht den Ackerbau ab. Trotz eines in jüngster Zeit entstandenen Einfamilienhausquartiers hat E. seinen bäuerl. Charakter bewahrt.


Literatur
Die Thurgauer Gem. und ihre Wappen, 1988, 115 f.

Autorin/Autor: Verena Rothenbühler