Islikon

Ehem. Ortsgem. TG, polit. Gem. Gachnang, Bez. Frauenfeld. I. gehörte 1803-1997 zur Munizipalgem. Gachnang. Das Industriedorf liegt am Tegelbach an der Strasse von Frauenfeld nach Winterthur. 1267 Islincon. 1710 92 Einw.; 1850 279; 1900 325; 1950 474; 1990 901. I. gehörte schon vor 1267 zum Grundbesitz des Klosters Reichenau. Von dessen Ministerialengeschlecht von Gerlikon gingen noch Ende des 13. Jh. einzelne Güter ans Kloster Töss, später auch ans Kloster Paradies. Ab Ende des 15. Jh. unterstand I. der Gerichtsherrschaft Kefikon. Von 1493 besteht eine Offnung. I. gehörte stets kirchgenössig zu Gachnang und war bis Ende 18. Jh. ein rein ref. Dorf. Ab 1777 sorgten die neue Landstrasse Winterthur-Frauenfeld-Konstanz und die Kattundruckerei von Bernhard Greuter, die sich zu Beginn des 19. Jh. zu einem regionalen Textilzentrum ausweitete, für wirtschaftl. Aufschwung. Allein in I. arbeiteten um 1830 300 Arbeiter in der dorfähnl. Fabrikanlage. Ende des 19. Jh. siedelten sich dank der guten Verkehrslage (Eisenbahnanschluss 1855) neue Industriebetriebe an. Seit Mitte des 20. Jh. wächst I. von neuem dank dem Bau von Wohnquartieren und der Ansiedlung von Gewerbe wie z.B. der 1957 gegr. und auf Präzisionsmechanik spezialisierten Jossi AG. Der ehem. Greuterhof gehört seit 1981 der Stiftung Bernhard Greuter für Berufsinformation.


Literatur
– P. Giger et al., I., 1991

Autorin/Autor: Peter Giger