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No 9

Leuenberger, Niklaus

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geboren um 1615 Rüderswil (Hof Schönholz), gestorben 6.9.1653 Bern, ref., von Rüderswil. Sohn des Hans. ∞ 1643 Eva (Nachname unbekannt). Zur bäuerl. Oberschicht gehörend, wurde L., der ab 1643 als hablicher Bauer Mitglied des Landgerichts Ranflüh war, im Bauernkrieg zum Anführer der bern. Aufstandsbewegung. Ein erstes Mal trat er an der Bauernversammlung vom 24.3.1653 in Trachselwald auf, wo auf sein Votum hin die Bauern die Konzessionsangebote der Regierung ablehnten. Als Abgeordneter der Emmentaler schwor er jedoch anlässlich der eidg. Schlichtung der Berner Regierung wieder den Treueeid. Von den Aufständischen gedrängt, übernahm er die Leitung der Landsgemeinde vom 23.4. in Sumiswald und liess sich dort von den Bauern von Bern, Luzern, Solothurn und Basel zum Obmann des Bauernbundes wählen. Nachdem er auch die beiden folgenden Landsgemeinden von Huttwil geleitet hatte, zog er am 21.5. als Bundesobmann und Landeshauptmann mit einem Bundesheer vor Bern. Dank des Vertrages vom Murifeld vom 29.5. konnte ein Waffengang vorerst abgewendet werden. Doch nach dem Zusammenbruch der Aufstandsbewegung infolge der Niederlagen der Bauern bei Wohlenschwil und Herzogenbuchsee wurde L., von einem ehem. Mitstreiter verraten, nach Bern abgeführt und mit 20 weiteren Anführern hingerichtet. L. wurde eher gegen seinen Willen zum Bauernführer. In seiner Politik gegenüber der städt. Obrigkeit suchte er den Konsens und hielt sich militärisch zurück.


Literatur
– H. Bögli, Der bern. Bauernkrieg in den Jahren 1641 und 1653, 1889
– H. Türler, «Zur Gesch. des Bauernkrieges und Notizen über Niklaus L.», in BTb, 1903, 224-226
– J. Rösli, Der Bauernkrieg von 1653, 1932, v.a. 101-104
– Feller, Bern 2, 601-659
– U. Hostettler, Der Rebell von Eggiwil, 1991
– A. Suter, Der schweiz. Bauernkrieg von 1653, 1997

Autorin/Autor: Hans Braun