Schocherswil

Ehem. Ortsgem. TG, Bez. Bischofszell, seit 1997 Teil der polit. Gem. Amriswil. Das auf einer Anhöhe des Aachtals 2 km südwestlich von Amriswil gelegene Dorf bildete 1803-1996 eine Ortsgem. in der Munizipalgem. Zihlschlacht. Vermutlich 883 Wilare, 1359 ze dem hangenden Wile, 1413 Schocherswylen. 1831 238 Einw.; 1850 200; 1900 224; 1950 254; 1990 290. Ausgrabungen 1963-67 am Burgstock westlich von S. weisen auf eine ma. Motte hin, die vermutlich im 13. Jh. die bischöfl.-konstanz. Ministerialen von Wiler bewohnten. Das niedere Gericht S. gehörte zur Herrschaft Eppishausen, die 1447 eine Offnung erhielt und die 1372-1535 als bischöfl.-konstanz. Lehen in den Händen der von Helmsdorf lag. 1698-1798 besass sie das Kloster Muri. S., reformiert seit 1529, teilte kirchlich stets das Schicksal von Sommeri. Seit 1873 besteht eine Chrischona-Gemeinde. Der Getreidebau im Dreizelgensystem bildete die wirtschaftl. Grundlage, daneben wurde Obst-, Gras- und bis 1900 Rebbau betrieben. Ab 1817 wurden auch Kartoffeln angebaut und 1864 eine Käserei eingerichtet. Das Kleingewerbe war u.a. mit einer Bäckerei, Metzgerei und Küferei vertreten. 1878-95 existierte eine mechan. Stickerei.


Literatur
– H. Stäheli-Bartholdi, 1'100 Jahre S. 883-1983, [1983]
Hinweisinventar Thurgau: Amriswil VI, Räuchlisberg / S., Ms., 2004 (StATG)

Autorin/Autor: Erich Trösch