No 2

Ducommun, Elie

geboren 19.2.1833 Genf, gestorben 6.12.1906 Bern, ref., von Le Locle, ab 1848 von Genf. Sohn des Jules, Uhrmachers. ∞ Octavie Adèle D. (Cousine). Stud. in Genf. 1850-53 Hauslehrer in Sachsen, 1853 Lehrer in Genf. 1855 von James Fazy als Redaktor an die "Revue de Genève" geholt, spielte D. im liberal-demokrat. Genf bis zum Sturz Fazys eine wichtige Rolle: 1857 Vize-Staatsschreiber, 1858-62 Grossrat, 1862-65 Staatsschreiber. 1865-68 Redaktor des radikalen "Progrès" in Delsberg, 1867-73 Übersetzer des Nationalrats, 1873-1903 Sekr. der Eisenbahngesellschaft Jura-Bern-Luzern (später Jura-Simplon-Bahn). 1867 mit Pierre Jolissaint und James Fazy Organisator des internat. Friedenskongresses in Genf, 1868 Mitbegründer der Liga für Frieden und Freiheit und Redaktor von deren Bulletin "Die Vereinigten Staaten von Europa", 1889 Teilnahme am Internat. Friedenskongress, 1891-1903 ehrenamtl., ab 1903 vollamtl. Generalsekr. des Internat. Friedensbüros. 1868-77 Berner Grossrat, 1874-77 Gemeinderat in Biel. 1869 Mitbegründer der Schweiz. Volksbank, 1872 des Cercle démocratique romand (später Parti national romand), 1879 der Association romande de Berne. 1880-1906 Mitglied der Geogr. Gesellschaft Bern. 1890-95 Grossmeister der Freimaurerloge Alpina. D. hinterliess ein reiches publizist. Werk. Für seinen unermüdl. Einsatz für die Friedensbewegung, die ihm ihre Organisation und ihren innern Zusammenhalt verdankte, erhielt er 1902 zusammen mit Albert Gobat den Friedensnobelpreis.


Archive
– Archiv des Internat. Friedensbüros, Bibliothek der UNO, Genf
– SLA, Nachlass
Literatur
– V. Monnier, «Notes et documents pour servir à la biographie d'Elie D.», in Cahiers Vilfredo Pareto 67, 1984, 139-164, (mit Werkverz.)
– W. und M. Bourquin Biel, stadtgeschichtl. Lex., 1999, 117
Elie D., hg. von R. Durand, 2002

Autorin/Autor: Christoph Zürcher