Riedt

Ehem. Ortsgem. TG, seit 1995 polit. Gem. Erlen, Bez. Bischofszell. 1803-1994 Ortsgem. innerhalb der Munizipalgem. Sulgen. R. liegt im Aachtal zwischen Sulgen und Amriswil. 869 Riot. 1850 343 Einw.; 1900 304; 1950 370; 1990 487. Ab dem FrühMA besass das Kloster St. Gallen Lehensgüter in R. 1460-1798 bildeten R. und Erlen ein sog. Hohes Gericht, in dem der eidg. Landvogt im Thurgau urteilte. Kirchlich teilte R. stets das Schicksal der Grosspfarrei Sulgen. Die ma. Kapelle St. Regula wurde um 1509 neu errichtet, nach der Reformation aber nicht weiter unterhalten. Seit 1764 besuchen die ref. Kirchgänger die Filialkirche Erlen, die ab 1992 eigenständig wurde. Die 1685 erw. Schule R. schloss sich 1858 mit Ennetaach und Erlen zu einer Schulgem. zusammen. Das Dorf betrieb v.a. Getreidebau, daneben Obst- und Weinbau sowie ab dem 19. Jh. Vieh- und Milchwirtschaft mit einer Käserei um 1900. Die 1665 erw. obere Mühle wurde 1917 abgebrochen; die 1382 erw. untere Mühle ging 1947 an Volg über. Eine gewisse Bedeutung erlangte im 19. Jh. die Textilindustrie (1862 Fabrikation farbiger Baumwollstoffe, Stickerei um 1900). 1883-1970 wurde das Quellenbad R. betrieben.


Literatur
– E. Brüllmann, Riedter Chronik, 1969
– E. Menolfi, Gesch. von Sulgen, 1984
– T. Ledergerber, Einst klapperten zwei Mühlen in R., 2008

Autorin/Autor: Erich Trösch