10/08/2006 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Halden

Ehem. Ortsgem. TG, seit 1996 polit. Gem. Bischofszell, Bez. Bischofszell. Das nordwestlich von Bischofszell am linken Steilufer der Thur gelegene H. bildete 1806-1995 eine Ortsgem. der Munizipalgem. Neukirch. 1850 142 Einw.; 1900 138; 1950 204; 1990 269. Vor 1798 gehörte das Dorf zum Schönenberger Amt des Bf. von Konstanz (Obervogtei Bischofszell). H. war stets Teil der Pfarrei Bischofszell. Nach der Auflösung der alten Ordnung 1798 lebten in H. viele Heimatlose; mit der einfacheren Möglichkeit zur Einbürgerung 1806 und 1811 liessen sich weitere Heimatlose in H. nieder. 1839-1907 stand H. unter direkter Staatsverwaltung, weil es als "ökonomisch und sittlich verkommen" betrachtet wurde. Im 19. Jh. wurde Ackerbau betrieben, ausserdem siedelten sich eine Weberei und Kleingewerbler wie Korbflechter, Kesselflicker und Besenbinder an. Ende des 19. Jh. erfolgte der Übergang zur Vieh- und Milchwirtschaft, ausserdem wurde vermehrt Obstbau betrieben. Ab dem frühen 20. Jh. fand die Bevölkerung Arbeit in den Industrien von Schönenberg und Bischofszell. Mit dem Bau mehrerer Einfamilienhäuser hat sich H. nach 1980 zur ländl. Wohnsiedlung entwickelt.


Literatur
– P. Rosenkranz, Die Gem. im Thurgau vom Ancien Régime bis zur Ausscheidung der Gemeindegüter 1872, 1969, 155, 237 f.

Autorin/Autor: Verena Rothenbühler