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Matt, Hans von

geboren 7.8.1842 Stans, gestorben 30.9.1900 Luzern, kath., von Stans. Sohn des Kaspar, Ratsherrn und Kirchmeiers, und der Aloisia Lussi. ∞ 1867 Marie Stofer, Tochter des Kaspar. Volksschule und Gymnasium in Stans. Nach Eintritt in das väterl. Buchdruck- und Handelsgeschäft Tätigkeit als Handelsreisender und Redaktor, später Verleger, Antiquar und Literat. 1874-77 Nidwaldner Landrat, 1877-79 Gemeindepräs. und bis 1883 Gemeinderat von Stans, 1876-77 Verfassungsrat, 1877-80 Armenrat von Stans, 1877-83 Oberrichter, 1889-91 Kirchmeier, 1890-96 kath.-konservativer Nationalrat, 1890-98 Regierungsrat (1895-98 Erziehungsdirektor). Mitglied des Schweiz. Studentenvereins, Vorstandsmitglied des Hist. Vereins Nidwalden, der "Kath. Schweizerblätter" und der Schweiz. Gesellschaft für die Erhaltung hist. Kunstdenkmäler. M. gehörte 1866 mit seinem Vater zu den Gründern des "Nidwaldner Volksblatts", dessen Redaktion er 1867 übernahm. Durch die Hilfe von u.a. Philipp Anton von Segesser und Josef Ignaz von Ah gelang ihm die Profilierung des katholisch orientierten Lokalblatts über die Kantonsgrenzen hinaus. 1876-77 wirkte er prägend auf die Gestaltung der neuen Nidwaldner Kantonsverfassung und regte namentlich die verstärkte Förderung der Volksschule an. Den Streit um die Höhe der Gültenverzinsung, der die Nidwaldner Politik 1893-97 heftig erschütterte, versuchte er vergeblich mit dem Vorschlag, eine Gültentilgungskasse zu gründen, zu schlichten. Auch in der eidg. Politik ging es M. mehr darum, zwischen den Parteien zu vermitteln, als die Gegensätze zu verschärfen. M. schrieb Gedichte, Nachrufe und hist. Aufsätze.


Archive
– KBNW
– StANW
Literatur
Nidwaldner Volksbl., 6.10. und 13.10.1900
Nidwaldner Kal. 42, 1901, 21-24
100 Jahre Nidwaldner Volksbl., 1966
– Gruner, Bundesversammlung 1, 340

Autorin/Autor: Peter Steiner