Heldswil

Ehem. Ortsgem. TG, seit 1999 polit. Gem. Hohentannen, Bez. Bischofszell. Das abseits der Verkehrswege auf einer Anhöhe zwischen Thur- und Aachtal gelegene H. mit den Weilern Hüttenswil und Bernhausen war 1816-1998 eine Ortsgem. der Munizipalgem. Hohentannen. 759 Heidolviswilare. 1850 290 Einw.; 1900 250; 1950 264; 1980 220; 1990 235. Vor 1798 bildete H. mit dem grösseren Teil von Buchackern und einem Teil von Götighofen das Niedergericht H. in der Herrschaft Bürglen, während das Niedergericht Hüttenswil teils dem Abt von St. Gallen (Berggericht), teils zur Herrschaft Bürglen gehörte. Kirchlich teilte H. das Schicksal der Pfarrei Sulgen. Die 1489 in H. geweihte Kapelle St. Katharina gehörte zum Stift Bischofszell (Kollator). 1566 zog das Stift die Pfründe wieder an sich. Bis ins 19. Jh. waren Reb- und Ackerbau sowie die Torfgewinnung vorherrschend, dann Vieh- und Milchwirtschaft sowie Obstbau. Um 1900 bot die Stickerei Nebenverdienste. 1940-47 erfolgte die Entwässerung des Riets. Obwohl sich in jüngerer Zeit einige Gewerbebetriebe angesiedelt haben, ist H. ein Bauerndorf geblieben.


Literatur
– E. Menolfi, Bürglen, 1996, 30 f., 52

Autorin/Autor: Verena Rothenbühler