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De la Rive, Auguste

geboren 9.10.1801 Genf, gestorben 27.11.1873 Marseille, ref., von Genf. Sohn des Charles-Gaspard ( -> 2). ∞ 1) 1826 Jeanne-Mathilde Duppa, Tochter des William, Rentiers, 2) 1855 Louise Maurice, Witwe des Georges, Tochter des Guillaume Fatio. An der Genfer Akademie nahm D. 1822 an elektromagnet. Versuchen von André Marie Ampère teil, was einen entscheidenden Einfluss auf seine berufl. Zukunft hatte. 1823 wurde er an der Akademie Prof. für allg. Physik, 1825 für Experimentalphysik. D., dessen Spezialgebiet die Elektrizität war, wurde als Urheber einer chem. Theorie der Batterie bekannt. Er arbeitete über Wärmeerzeugung durch Elektrizität und erfand versch. Apparate (Bussole, elektrochem. Kondensator, Unterbrecher). Sein Verfahren der galvan. Vergoldung trug ihm 1840 den Montyon-Preis der Pariser Akademie der Wissenschaften ein. Sein Werk "Traité d'électricité théorique et appliquée" (3 Bände, 1854-58) präsentierte den Forschungsstand kurz vor den grundlegenden Entdeckungen von James Clerk Maxwell. Auf dem Gebiet der Geophysik erforschte D. die Erdtemperatur in grossen Tiefen, analysierte das Ozon und erarbeitete eine elektromagnet. Theorie des Nordlichts. Als herausragende Persönlichkeit unter den Genfer Wissenschaftlern übernahm D. 1836 die Redaktion der "Bibliothèque universelle" und gründete 1841 ein Supplement unter dem Titel "Archives de l'électricité" (ab 1846 "Archives des sciences physiques et naturelles"). Als Sekr. des akadem. Senats (1823-36) und Mitglied des Repräsentierenden Rats (1829-41) spielte er 1834-35 eine entscheidende Rolle bei der Reform des öffentl. Unterrichts in Genf. Als Verfassungsrat (1841) und Grossrat (1842-44) war D. die Seele des konservativen Widerstands gegen den Radikalismus. Nach der Revolution von 1846 trat er aus der Akademie zurück und gründete das Freie Gymnasium, an dem er bis 1853 unterrichtete. Als Savoyen 1860 von Frankreich annektiert wurde, sandte der Bundesrat D. als bevollmächtigten Minister nach England. Für kurze Zeit kehrte er in die Politik zurück: 1861 war er erneut Verfassungsrat, 1862-64 Grossrat. Ab 1864 gehörte er zu den acht assoziierten ausländ. Mitgliedern der Pariser Akademie der Wissenschaften.


Literatur
DSB 8
– I. Benguigui, Trois physiciens genevois et l'Europe savante: les D. (1800-1920), 1991, (mit Bibl.)

Autorin/Autor: René Sigrist / AA