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Bodin, Jean

geboren 1529/30 Angers (Anjou), gestorben 1596 Laon (Picardie). Franz. Magistrat und Jurist, Begründer der Souveränitätslehre, Verfechter der absoluten Monarchie. Als B. der Sympathie für den Protestantismus bezichtigt wurde, zog er sich 1552 vorübergehend nach Genf zurück. In den "Six livres de la République" (1576) nennt er als guter Kenner der eidg. Institutionen häufig die eidg. Orte, die Drei Bünde und Genf. Seine Ideen über die Souveränität wurden in der Schweiz zunächst zurückgewiesen, da man glaubte, sie seien nur auf die absolutist. modernen Staaten anzuwenden. Im Fürstentum Neuenburg wurden sie zu Beginn der 1620er Jahre umgesetzt. Während der Verhandlungen zum Westfälischen Frieden (1648) übernahm sie Johann Rudolf Wettstein und schloss sich darin den franz. Gesandten an. In der Eidgenossenschaft setzten sich B.s Ideen indessen erst gegen Ende des 17. Jh. durch.


Literatur
– E. Droz, «Le carme Jean B., hérétique», in Bibliothèque d'humanisme et Renaissance 10, 1948, 77-94
– Feller/Bonjour, Geschichtsschreibung 1, 319-321
– M. de Tribolet, «Sur une conception du pouvoir en 1627», in MN, 1987, 191-198
– S. Goyard-Fabre, Jean B. et le droit de la République, 1989
– M. Jorio, «Der Nexus Imperii», in 1648, die Schweiz und Europa, hg. von M. Jorio, 1999, 133-146

Autorin/Autor: Etienne Hofmann / GG