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Wurstisen, Christian

geboren 23.12.1544 Liestal, gestorben 28./29.3.1588 Basel, ref., von Liestal, ab 1545 von Basel. Sohn des Pantaleon Walch gen. W., Weinhändlers und Ratsherrn, und der Brigida Zeller. ∞ Valeria Murer, Tochter des Hans. 1558 Stud. an der Univ. Basel, 1562 Magister Artium, dann Stud. der Theologie. 1563 Prediger in Hüningen, 1564-66 Helfer an St. Theodor in Kleinbasel. 1564-84 Prof. für Mathematik und 1585-86 für neutestamentl. Theologie an der Univ. Basel, 1577-78 und 1583-85 Rektor. 1586-88 Stadtschreiber. Als Bibliothekar der Universität legte W. den zweiten Gesamtkatalog an, auf den Stadtschreiber gehen die ersten systemat. Ratsprotokolle zurück. Daneben betrieb W. hist. Studien. 1577 veröffentlichte er die "Epitome historiae Basiliensis", eine hist. Topografie der Stadt. 1580 folgte als erste Gesamtdarstellung der Geschichte Basels die umfangreiche "Bassler Chronick" (Neudruck 1978), in die auch zahlreiche Urkunden und Inschriften integriert sind. 1585 gab W. eine Quellensammlung zur Geschichte des Hl. Röm. Reichs im MA heraus ("Germaniae historicorum illustrium"). Als Naturwissenschafter war W. Anhänger der heliozentr. Lehre des Nikolaus Kopernikus. Bei seinem Tod hinterliess W. mehrere Quellensammlungen und Schriften als Manuskripte, u.a. eine Beschreibung des Basler Münsters.


Werke
– «Beschreibung des Basler Münsters und seiner Umgebung», in Beitr. zur vaterländ. Gesch. NF 2, 1888, 399-522
– R. Luginbühl, «Diarium des Christian W. 1557-1581», in BZGA 1, 1902, 53-145
Archive
– UBB
Literatur
– A. Burckhardt, «Christian W.», in Beitr. zur vaterländ. Gesch. NF 2, 1888, 357-398
– Feller/Bonjour, Geschichtsschreibung 1, 217-222
– R. Teuteberg, Berühmte Basler und ihre Zeit, 1976, 26-42

Autorin/Autor: Stefan Hess