• <b>Heinrich Brennwald</b><br>Porträt aus dem Jahr 1551. Tempera und Öl auf Holz, gemalt von  Hans Asper (Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung und Fotarchiv). Das Bildnis des Propstes entstand der Inschrift zufolge kurz nach dessen Tod.

No 3

Brennwald, Heinrich

geboren 1478, gestorben Ende April 1551 Zürich, von Zürich. Sohn des Felix ( -> 2) ∞ Margareta Lautenschlager. Schwiegervater von Johannes Stumpf. B. schlug eine geistl. Laufbahn ein, wie sie für Zürcher Bürger- und Ratsherrensöhne am Vorabend der Reformation häufig war. 1492 wurde er vom Rat der Stadt Zürich auf eine Chorherrenstelle des Stifts Embrach präsentiert. Im Wintersemester 1494-95 studierte er an der Univ. Basel, ohne einen akadem. Grad zu erlangen. Ab 1496 war er Rektor der Pfarrkirche Lufingen, ab 1498 residierender Chorherr in Embrach. Zwischen 1508 und 1516 verfasste B. eine Schweizerchronik in vier Teilen: Ursprung der Eidgenossenschaft (Helvetier), Verzeichnis der schweiz. Adelsgeschlechter, Geschichte der Orte (ohne Solothurn und Schaffhausen) bis zum Eintritt in den Bund, Geschichte der Eidgenossenschaft bis 1509. 1518 wurde B. vom Rat der Stadt Zürich auf die Propstei des Stifts Embrach präsentiert, das er bis zu dessen Säkularisation (19.9.1524) verwaltete. 1520-21 ist B. als Träger des Titels eines päpstl. Notars belegt. Er war ein Anhänger der Reformation und nahm an den Zürcher Disputationen teil. 1524 heiratete B. seine Haushälterin, mit der er bereits Kinder hatte. Nach der Reformation war er 1525-28 Almosenobmann in Zürich, 1528-36 Amtmann des aufgehobenen Klosters Töss. B. erwarb sich Verdienste als geschickter Verwalter von (säkularisierten) geistl. Institutionen und als Verfasser einer Chronik, welche als erster Versuch einer pragmat. Darstellung der Schweizergeschichte gilt.

<b>Heinrich Brennwald</b><br>Porträt aus dem Jahr 1551. Tempera und Öl auf Holz, gemalt von  Hans Asper (Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung und Fotarchiv).<BR/>Das Bildnis des Propstes entstand der Inschrift zufolge kurz nach dessen Tod.<BR/>
Porträt aus dem Jahr 1551. Tempera und Öl auf Holz, gemalt von Hans Asper (Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung und Fotarchiv).
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Werke
Heinrich B.s Schweizerchronik, hg. von R. Luginbühl, 2 Bde., 1908-10
Literatur
HS II/2, 257 f.
– Feller/Bonjour, Geschichtsschreibung 1, 55-57
– B. Wiggenhauser, Klerikale Karrieren, 1997

Autorin/Autor: Béatrice Wiggenhauser