Buchackern

Ehem. Ortsgem. TG, polit. Gem. Erlen, Bez. Bischofszell. 1803-1994 gehörte die Ortsgem. B. zur ehem. Munizipalgem. Erlen. Das Bauerndorf B. liegt abseits der Verkehrswege auf dem Höhenzug südl. des Aachtals. 1303 Buchaker. 1850 143 Einw.; 1880 165; 1900 146; 1950 154; 1990 146. Vom MA bis 1798 gehörte der grösste Teil von B. zum Niedergericht Heldswil, das als Teil der Herrschaft Bürglen ab 1579 der Stadt St. Gallen unterstand. Um 1440 ist eine -- ebenfalls bürglische -- Freivogtei B. belegt; einzelne Häuser zählten zur bischöfl.-konstanz. Herrschaft Oberaach. Ursprünglich gehörte B. zur Pfarrei Sulgen. Seit dem Bau der ref. Kirche Erlen 1764 besuchen die überwiegend ref. Einwohner B.s den Gottesdienst in Erlen, das sich im 18./19. Jh. schrittweise und 1992 definitiv aus dem Filialverhältnis zu Sulgen löste. Im 19. Jh. wurde Getreide-, Obst- und Rebbau sowie eine Kattunweberei betrieben. Um 1900 kamen eine Stickerei und eine Käserei hinzu. Im 20. Jh. dominieren noch immer Milchwirtschaft, Viehzucht und intensiver Obstbau (1990 66% in B. Erwerbstätige im 1. Sektor, 61% Wegpendler).


Literatur
– H. Hasenfratz, Die Landgrafschaft Thurgau vor der Revolution von 1798, 1908, 64, 74
– E. Menolfi, Sanktgall. Untertanen im Thurgau, 1980, 10 f., 23 f.
– Meyer, Kirchgem., 104, 134

Autorin/Autor: Gregor Spuhler