24/01/2011 | Rückmeldung | PDF | drucken

Salmsach

Polit. Gem. TG, Bez. Arbon. Die Gem. umfasst die Weiler Buerüüti, Fälwis und Hungerbüel (seit 1812) und liegt südlich von Romanshorn. 1803 bildeten die Ortsgem. Hemmerswil und S. die Munizipalgem. S., 1832 trennte sich Hemmerswil wieder. S. ist seit 1987 eine polit. Gem. 1850 419 Einw.; 1900 719; 1950 812; 2000 1'326. 1155 Salmasa. S. stand wohl in Beziehung zu den Bf. von Konstanz: Salomo I. soll dort eine Klerikergemeinschaft gegründet haben, deren Translation nach St. Stephan in Konstanz Salomo III. um 910 angeordnet habe. 1155 verfügte das Stift in S. über einen Hof, fünf Schupposen, den Neubruchzehnten und die Hälfte des Kirchensatzes sowie um 1380 über die gerichtsherrl. Rechte. Der sankt-gall. Abt Ulrich Rösch erwarb 1471 S. mitsamt Kirchensatz und vereinigte es mit dem Gericht Romanshorn (bis 1798). Die Ritter zum Kirchhof von Arbon, die 1201 mit Propst und Kapitel von St. Stephan einen Vertrag über die Pfarrereinsetzung besiegelt hatten, waren Mitkollatoren. Nach der Reformation war S. evangelisch und der Pfarrer von S. hielt ab 1588 auch in Romanshorn Gottesdienste ab. 1917 erfolgte die Vereinigung mit der Kirchgemeinde Romanshorn. 1742 gründeten Hungerbüel und S. eine Schule. Obst-, Garten- und Ackerbau herrschten vor, zudem existierten bis ins 19. Jh. zwei Mühlen. Eine Fabrik stellte um 1860 Amelung (Stärke) her, eine weitere 1878-92 Stickereien und 1889-1931 war ein Dampfsägewerk in Betrieb. Neben dem Gewerbe bildeten sich neue Industrien, u.a. 1987 ein Kunststoffwerk. Während die Weiler ihren ländl. Charakter behielten, wurde S. zu einer Wohngemeinde mit Ausrichtung auf Romanshorn. 2005 stellte der 1. Sektor ca. 29% der Arbeitsplätze in der Gemeinde.


Literatur
– H. Maurer, Das Stift St. Stephan in Konstanz, 1981, 40-47
– P. Egger-Perler, «Namensschichtung und Besiedlungschronologie zwischen Konstanz und St. Gallen», in ThBeitr. 128, 1991, 5-306, v.a. 180-183
– W. Fischer, Rückblick in die Gesch. der Gem. S., 1991

Autorin/Autor: Erich Trösch