09/02/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken

Dozwil

Polit. Gem. TG, Bez. Arbon. Das Haufendorf liegt auf dem östl. Seerücken an der Strassengabelung von Amriswil nach Kesswil bzw. Uttwil. 1385 Dotzwile. 1649 113 Einw.; 1850 299; 1900 343; 1950 344; 2000 492. Im MA war D. bischöfl.-konstanz. Lehen. 1454 verlieh der St. Galler Abt die Gerichtsherrschaft Hans von An(d)wil. 1560 erwarben die Blarer von Wartensee das Niedergericht (Offnung), das der Abt 1671 an sich zog. D. gehörte zur Pfarrei Kesswil, die 1529 zur Reformation übertrat. Die wenigen Katholiken gehörten zu Sommeri. 1820-70 führte die Handweberei zu Wohlstand, worauf 1854 die Sekundarschule von Uttwil ins aufstrebende D. verlegt wurde. Ende des 19. Jh. stagnierte die Wirtschaft. Im 20. Jh. boten die Landwirtschaft (Obstbau), das Gewerbe, eine Wäschefabrik (später Schuhfabrik) sowie die 1960 gegr. Lista Kunststofftechnik AG (seit 1996 EJOT Kunststofftechnik AG, 1999 120 Beschäftigte) Verdienst. 2000 arbeitete gut die Hälfte der in D. Erwerbstätigen im 2. Sektor. Die von Paul Kuhn gegr. ausserkirchl. St. Michaelsvereinigung fand nach 1970 grossen Zustrom und prägt mit ihren Bauten das Dorfbild. Ab 1816 bildete D. eine Munizipalgem., die sich territorial mit der Ortsgem. deckte, weshalb die beiden Gem. 1870 zur sog. Einheitsgem. vereinigt wurden. Um ihre polit. Autonomie langfristig zu wahren, ist die Gem. seit einiger Zeit um neue Einwohner und den Ausbau der Infrastruktur bemüht (1996 Schulanlage).


Literatur
– E. Hänzi, Gedenkschr. zur Jahrhundertfeier der Sekundarschule D., 1946
Schweiz. Bodensee-Ztg., 27.4.1978
NZZ, 21./22.7.1979
– B. Giger, «Gerichtsherren, Gerichtsherrschaften, Gerichtsherrenstand im Thurgau vom Ausgang des SpätMA bis in die frühe Neuzeit», in ThBeitr. 130, 1993, 83 f.

Autorin/Autor: Gregor Spuhler