Tegerfelden

Polit. Gem. AG, Bez. Zurzach, im unteren Surbtal an den Strassen nach Döttingen und Bad Zurzach gelegen. 851 Tegerfelt, 1150 Tegervelt. 1799 702 Einw.; 1850 757; 1900 577; 1950 579; 2000 965. Jungsteinzeitl. Einzelfunde. In T. wird ein röm. Gutshof vermutet. Die Freien von T. besassen auf einer Anhöhe gegen das Ruckfeld eine Burg, die bereits 1269 als nicht mehr bewohnter Burgstall bezeichnet wird und zu Beginn des 21. Jh. noch als Ruine sichtbar war. Ulrich von Klingen war ihr Erbe. Sein Sohn Walther von Klingen verkaufte 1270 seine Rechte in T. an das Kloster St. Blasien, das dort bis 1798 das Niedergericht ausübte. T. war Teil des Amts Siggental in der Grafschaft Baden. Auch die Johanniterkommende Leuggern besass in T. viele Güter, u.a. wie St. Blasien ausgedehnte Weinberge. Die 1257 erstmals erw. Kapelle war nach Zurzach pfarrgenössig, die neue Kirche datiert von 1664. Nach der Reformation blieb T. teilweise reformiert. 1685 und 1766 ereigneten sich grosse Dorfbrände. Der Postautoanschluss nach Baden wurde 1921 eingerichtet und 1954 mit der Surbtalstrasse die Dorfumfahrung fertiggestellt. T. ist mit 38 ha Reben und fünf professionellen Winzern das grösste Aargauer Weinbaudorf und Standort des kant. Weinbaumuseums.


Literatur
– W. Merz, Die ma. Burganlagen und Wehrbauten des Kt. Argau 2, 1906
– K. Füllemann, Chronik der Gem. T., [1990]
– B. Meier, D. Sauerländer, Das Surbtal im SpätMA, 1995
T., 2003

Autorin/Autor: Bruno Meier