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Oltigen, Burkhard von

Erstmals 1056 in Lausanne erw., gestorben 24.12.1089 Gleichen (Sachsen). Sohn des Gf. Bucco von O. Verheiratet. O. war von 1056 bis zu seinem Tod Bf. von Lausanne. Über sein Leben vor dem Amtsantritt ist kaum etwas bekannt. Seine Ehe verstiess gegen die Regeln der Gregorian. Reform. Er unterstützte Ks. Heinrich IV. während des Investiturstreits und unterzeichnete die Absetzung von Papst Gregor VII. durch die Synode von Worms 1076. Daraufhin wurde O. exkommuniziert und begab sich 1077 mit dem Kaiser zum Bussgang nach Canossa. Kurz danach bekämpfte er den Gegenkg. Rudolf von Schwaben und setzte dessen Frau Adelheid in Zürich unter Druck. Zum Schutz gegen die Beutezüge seines Gegners liess O. eine Mauer um Avenches errichten. 1079 erhielt er für seine Dienste von Heinrich IV. den Titel Kanzler von Italien sowie Gebiete zwischen Alpen und Jura. O. wehrte sich in seiner Diözese gegen Ulrich von Zell, Prior von Payerne, der seinen Lebenswandel kritisierte. Er liess Ulrich, der mit dem Bau des unter dem Schutz von Rudolf von Schwaben gegr. Klosters Rüeggisberg beschäftigt war, vertreiben und nach Cluny zurückberufen. 1079 erhielt O. vom Kaiser das Reichsgut Lutry geschenkt und liess dort das Priorat renovieren. 1087 erreichte er vom Kaiser die Rückerstattung der Abtei Savigny-en-Lyonnais. Heinrich IV. überliess 1082 auf O.s Bitte versch. Güter v.a. dessen Bruder Cono. Seiner Diözese blieb O. im Dienste des Kaisers und aufgrund des ital. Kanzleramts oft fern. So beteiligte er sich auch an dessen Rache an Gregor VII., indem er an papstfeindl. Versammlungen 1080 in Bressanone und 1085 in Mainz teilnahm. Bei der Belagerung von Gleichen 1089 wurde O. von Soldaten des Markgf. Egbert II. getötet.


Literatur
HS I/4, 107-109
– J.-D. Morerod, Genèse d'une principauté épiscopale, 2000, 120-128, 512-516

Autorin/Autor: Alexandre Pahud / BE