05/11/2010 | Rückmeldung | PDF | drucken

Rietheim

Polit. Gem. AG, Bez. Zurzach. Haufendorf am Nordosthang des vom Achenberg her vorspringenden Höhenzugs. Das Gemeindegebiet reicht bis an den Rhein, der die Landesgrenze bildet. 1239 Riethein. 1850 439 Einw.; 1900 288; 1950 356; 2000 565. Im 13. Jh. wird in R. ein Adelsgeschlecht erwähnt. Das Dorf gehörte zur Gerichtsherrschaft Klingnau, die 1415-1798 hochgerichtlich der Grafschaft Baden unterstand. Die Niedergerichtsbarkeit lag 1265-1798 beim Bf. von Konstanz und wurde vom Stift Zurzach ausgeübt. R. nahm die Reformation mehrheitlich an und ist nach Zurzach kirchgenössig. 1915 erhielt die Schweiz. Sodafabrik (ab 1922 Solvay) eine Konzession für die Salzausbeutung im Rietheimerfeld, die in den frühen 1960er Jahren wegen starker Bodensenkungen eingestellt wurde. Seit 1876 ist R. an die Linie Koblenz-Winterthur angeschlossen. 1977 wurde ein neues Schulhaus für die Unterstufe gebaut. Das ehemals von Landwirtschaft und Rebbau geprägte Dorf war zu Beginn des 21. Jh. eine Wohn- und Pendlergemeinde. R. arbeitet in diversen Gemeindeaufgaben (u.a. Finanzverwaltung, Schule, Abwasserreinigung) mit Zurzach zusammen.


Literatur
– H. Ammann, A. Senti, Die Bez. Brugg, Rheinfelden, Laufenburg und Zurzach, 1948
Die Aargauer Gem., 1990

Autorin/Autor: Christoph Herzig