18/08/2010 | Rückmeldung | PDF | drucken

Rekingen (AG)

Polit. Gem. AG, Bez. Zurzach. Haufendorf am Rhein beim Ausgang des Tälchens von Böbikon. 1261 Rechunch. 1780 259 Einw.; 1850 348; 1900 270; 1950 710; 2000 998. 1956 Freilegung eines röm. Gutshofs (Ziegel der 11. und 21. Legion aus Vindonissa). Alemann. Gräber nördlich des Bahnhofs. R. gehörte zur Gerichtsherrschaft Klingnau, die 1415-1798 hochgerichtlich der Grafschaft Baden unterstand. Die Niedergerichtsbarkeit lag beim Bf. von Konstanz und wurde vom Stift Zurzach ausgeübt. Während der Reformation trat der grösste Teil der Bürger zum neuen Glauben über. 1678 liessen die beiden Zurzacher Chorherren Johann Rudolf und Johann Jakob Schmid aus Baar ein Wohnhaus, den sog. Metzgerhof, mit Kapelle bauen. Letztere wurde 1878 aufgehoben; seit 1980 dient die alte Trotte als ökumen. Kapelle. Die Bevölkerung lebte mehrheitlich von der Landwirtschaft und vom Rebbau. Bereits im MA gab es drei Mühlen und eine Ziegelhütte. Die Schule wurde ab 1790 konfessionell getrennt, ab 1852 gemischt geführt. 1876 erhielt R. einen Anschluss an die Bahnlinie Koblenz-Winterthur. 1864-1989 wurde eine Kalk-, 1975-95 eine Zement- und 1955-2001 eine Metallwarenfabrik betrieben. Das Fabrikgelände der 1914 gegr. Schweizerischen Sodafabrik (1922 Übernahme durch Solvay) lag zur Hälfte in R., zur Hälfte in Zurzach.


Literatur
– C. Herzig, Dorfchronik R., 1995

Autorin/Autor: Christoph Herzig