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Julius II.

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geboren 15.12.1443 (Giuliano Della Rovere) Albissola bei Savona (Ligurien),gestorben 20.2.1513 Rom. Sohn des Raffaello und der Teodora Manirola. Neffe des Papstes Sixtus IV. Der aus einfachen Verhältnissen stammende J. war Franziskaner-Konventuale und studierte wahrscheinlich in Perugia Theologie. Am 15.12.1471 wurde er von seinem Onkel zum Kardinal ernannt. J. erhielt zahlreiche Benefizien, u.a. das Priorat von Lutry und 1472 das Bistum Lausanne, wo er sich aber nie aufhielt. Das Domkapitel von Lausanne und Savoyen lehnten den von ihm ernannten Administrator Burkhard Stör, Propst von Amsoldingen, ab, so dass dieser 1475 verzichtete. 1476 tauschte J. Lausanne gegen das Bistum Coutances (Normandie) ein. Die Tüchtigkeit eidg. Söldner lernte er kennen, als er Kg. Karl VIII. von Frankreich auf dessen Zug nach Neapel begleitete. Nach seiner Wahl zum Papst am 31.10.1503 bediente er sich der Eidgenossen zur Verwirklichung seiner Hauptziele, nämlich der Unabhängigkeit und Sicherstellung des Kirchenstaates sowie der Befreiung Italiens von fremden Truppen. 1506 engagierte er Schweizer als Leibgardisten (ca. 200 Mann) und schuf die Päpstliche Schweizergarde. Mit Hilfe von Matthäus Schiner, den er 1511 zum Kardinal erhob, schloss er 1510 mit den zwölf Orten und dem Wallis ein Bündnis auf fünf Jahre. Der Auszug der ersten Söldner endete 1511 in einem Desaster. Die im Frühjahr 1512 ausgehobenen 18'000 Mann vertrieben aber am 14. Juni die Franzosen aus Pavia. Darauf verlieh J. am 5. Juli den Eidgenossen den Ehrentitel Ecclesiasticae libertatis defensores (Beschützer der Freiheit der Kirche). Zudem schenkte er ihnen zwei grosse Banner sowie jedem Ort, der am Kontingent beteiligt war, eine Fahne mit Wappen und von ihnen selbst gewählten religiösen Motiven und gewährte ihnen kirchl. Vergünstigungen.


Literatur
HS I/4, 143 f.
– I. Cloulas, J.: le pape terrible, 1990
– C. Shaw, J.: the Warrior Pope, 1993
DBI 57, 17-26

Autorin/Autor: Pierre Surchat