Koblenz

Polit. Gem. AG, Bez. Zurzach. Haufendorf im Winkel zwischen Aare und Rhein. 10./11. Jh. Confluentia, 1265 Cobilz. 1803 434 Einw.; 1850 709; 1900 554; 1950 882; 2000 1'611. Die Herrschaft lag im HochMA in den Händen der Frh. von Klingen, 1269 ging sie an das Bistum Konstanz über. In K. besassen die Herren von Bernau, die Klöster St. Gallen und St. Blasien sowie die Johanniter von Leuggern versch. Güter und Rechte. K. gehörte zur Pfarrei Zurzach, dann ab 1529 zur Pfarrei Klingnau. 1305 wird die der hl. Verena geweihte Dorfkapelle erwähnt. Die Trennung von Klingnau bzw. die Errichtung einer eigenen Pfarrei erfolgte 1927. Der Zuzug von Protestanten führte 1926 zur Gründung der ref. Kirchgenossenschaft. Bis Ende des 19. Jh. lebte die Bevölkerung neben der Landwirtschaft vom Fahrdienst, der Schifferei und der Fischerei. Überregional bedeutend war die Koblenzer Schiffergenossenschaft der Stüdler, die das Monopol für die Befahrung des Laufens rheinaufwärts besass. Mit dem Niedergang der Zurzacher Messe und dem Aufkommen der Eisenbahn verlor die Rheinschifffahrt an Bedeutung; 1858 lösten sich die Stüdler auf. 1859 wurde die Bahnlinie Turgi-K.-Waldshut eröffnet, 1876 diejenige nach Winterthur und 1892 jene nach Stein (AG). Die Strassenbrücken über den Rhein und über die Aare stammen von 1932 bzw. 1936. Die Gem. entwickelte sich zu einem Verkehrsknotenpunkt und zum bedeutendsten aarg. Grenzübergang (Strassenzollamt). 1987 wurde die Nordumfahrung auf dem Damm erstellt, der zugleich Schutz vor den früher regelmässig grossen Schaden verursachenden Überschwemmungen bietet. Die Industrialisierung begann für K. Ende des 19. Jh. mit der Firma Stoll (heute Stoll Giroflex AG). Zu Beginn des 21. Jh. war der Bürostuhlhersteller der grösste Arbeitgeber im Dorf. 2000 stellte der 2. Sektor noch mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze in der Gemeinde.


Literatur
– H. Ammann, A. Senti, Die Bez. Brugg, Rheinfelden, Laufenburg und Zurzach, 1948
– C. Seiler, Gesch. von K. im 20. Jh., 1990

Autorin/Autor: Christoph Herzig